Weinbau an der Uni Trier: Vorfreude auf Jahrgang fünf

Weinbau an der Uni Trier: Vorfreude auf Jahrgang fünf

Geringere Menge - bessere Qualität: Freunde und Studierende der Universität lesen Riesling im Weinberg im Avelsbacher Tal.

Trier (red) An der Universität Trier kann man weder Weinbau noch Oenologie studieren und trotzdem das ganze Jahr etwas über Weinbau lernen. Denn die Universität Trier hat einen eigenen Weinberg, in dem die Angehörigen und Freunde der Universität nun den fünften Jahrgang ihres Uni-Weins geerntet haben.
Über 30 Erntehelfer haben dafür Bücher und Termine gegen Gummihandschuhe und Gartenscheren eingetauscht. Studenten, Mitarbeiter, Professoren und Freunde der Universität Trier haben Seite an Seite in drei Stunden die Trauben im hauseigenen Weinberg handverlesen. Das Ergebnis des ungewöhnlichen Projekts ist vielversprechend.
Die Ernte haben die Uni-Angehörigen direkt in die Hände der Mitarbeiter des Sozialwerks des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) übergeben. Das bewirtschaftet das Weingut. Die Universität Trier hat eine Patenschaft über zwei Parzellen Riesling-Reben in ihrem Weinberg.
Während die Trauben der Uni-Angehörigen in der Saftpresse landeten, hat der Weinkellermeister, Carsten Schwab, den Öchsle-Gehalt des Mosts direkt gemessen. Etwa 93 Öchsle bei 10 Gramm pro Liter Säure liest er zufrieden von seinem Messinstrument ab: "Es ist in diesem Jahr wenig in der Menge, aber dafür hat die eine gute Qualität."
Die Trauben des Jahrgang 2017 haben einen hohen Zuckergehalt, höher als der Jahrgang 2016. Den konnten die Erntehelfer der Universität nach der getanen Arbeit zum ersten Mal verkosten. Er soll demnächst an der Universität im Unishop erhältlich sein. Ihr Testurteil: "kräftig", "fruchtig", "würzig" und "mineralisch". Thomas Künzel, der Koordinator der Uni-Wein-Projektes, ist überzeugt: "Der Jahrgang 2016 ist ein guter Essensbegleiter. Aber man kann diesen Wein natürlich auch jederzeit ohne Speisen trinken."
Seit 2012 hat die Universität Trier eine Patenschaft für zwei Parzellen im Weinberg im Avelsbacher Tal in Trier. Angehörige und Freunde der Universität pflegen in enger Abstimmung mit dem Pächter, dem Sozialwerk des DRK, die Rebstöcke. Im Jahr 2016 hatte das Deutsche Rote Kreuz von der Staatlichen Weinbaudomäne das Gut und die Parzellen im Avelsbacher Tal in Trier-Kürenz übernommen. Es ist als Betriebsstätte der Werkstätten für behinderte Menschen geplant, in der insbesondere Menschen mit sozial-emotionaler Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht werden soll.