Weit mehr als 10 000 Stunden an der Posaune

Weit mehr als 10 000 Stunden an der Posaune

Nach 50 Jahren aktiver Mitgliedschaft in der Winzerkapelle "Original Moselländer" Mehring hat nun Hans Blees seine Posaune an den berühmten Nadel gehängt. Gerne erinnert er sich an die schönen Jahre.

Mehring. (dis) Sein Leitspruch war in all den Jahrzehnten immer "Nur gute Freunde machen gute Musik". So erzählt er denn auch von der stetigen guten Kameradschaft, die er in der Winzerkapelle bei vielen Proben und Auftritten erlebte. Wenn Hans Blees an seine ersten Jahrzehnte und die Auftritte zurückdenkt, gerät er förmlich ins Schwärmen. Seine erste von insgesamt drei Posaunen zahlte sein Bruder. "Er kaufte sie mir damals als gebrauchtes Instrument für 50 Mark in Schweich", erinnert sich Blees, der in den 50 aktiven Jahren mit Karl Bollenrath und Klaus Madert nur unter zwei Dirigenten spielte.

Große Auftritte durfte Blees in seiner aktiven Zeit miterleben und mitgestalten. So erzählt er von seinem ersten großen Wertungsspielen im Jahre 1958 in Leiwen. Noch heute erinnert er sich an das gespielte Werk "Ungarische Rhapsodie", mit dem der Verein den ersten Platz belegte. "Mehrtägige Auftritte mit den damals üblichen Übernachtungen in Minheim an der Mosel oder Boppard und vor allem auch die Auftritte in der Trierer Europahalle beim Bundeskongress des DFB mit Franz Beckenbauer oder im Moselstadion waren nur einige Höhepunkte im Musikerleben des heute 68-Jährigen. Nicht zu vergessen sind die seit 1983 regelmäßigen Auftritte bei den Kappensitzungen der KG Heuschreck und beim eigenen Winzerfest in Mehring. "Das höchste der Gefühle" war für ihn allerdings die Privataudienz bei Papst Johannes II. in Rom und das Konzert vor 40 000 Menschen auf dem Petersplatz.

Wie viele Stunden Hans Blees für die Musik verbracht hat, kann er nur schätzen. "Bei rund 15 Auftritten jährlich werden das so 750 Auftritte in meinem Leben gewesen sein", überlegt er. Die Anzahl der Stunden bei zwei Proben in der Woche schätzt er, die Sonder- und Registerproben nicht eingerechnet, auf rund 10 400 Stunden.

Blees war aber auch 30 Jahre Beisitzer im Vorstand und verwaltete in dieser Zeit auch das Archiv des Vereins. Viele Ehrungen sind ihm für seine ehrenamtliche Arbeit zuteilgeworden. So ist er unter anderem auch wegen besonderer Verdienste zum Ehrenmitglied der Winzerkapelle ernannt worden. Seine Söhne konnte Hans Blees auch für die Musik und die Winzerkapelle begeistern. Während Jörg das Schlagzeug spielt, hat es Josef Blees die Klarinette angetan. In seinem "Unruhestand" will Hans Blees weiterhin aktiv beim Seniorenclub "Aktiv" mitarbeiten.

Mehr von Volksfreund