Weitab vom Mainstream

Ein ganzes Wochenende gab es in der Trierer Tufa Kunst weitab vom Mainstream. Eröffnet wurde am Freitag gleich mit drei Performances, die mit andersartigen Klängen und ungewöhnlichen Instrumenten aufwarteten.

Trier. Seit 2000 ist das Opening Festival eine feste Institution in der Trierer Kulturlandschaft. Unter dem Motto "dancing between" zeigen Künstler aus der Großregion Musik und Tanz weitab vom Mainstream. Britta Lieberknecht eröffnet mit musikalischer Begleitung von Christoph Hillmann das Festival mit ihrer Tanzperformance "Beben-Vibrato". Ein Tisch, eine Frau. Ohne viel Schnörkel in schwarze Hotpants und rotes Shirt gekleidet, tastet sich die ausgebildete Tänzerin langsam an den Tisch heran, sagt ihm den Kampf an, um ihn schließlich für sich zu erobern, zu besetzen - so wie man eben eine Festung einnehmen würde. Neben einer perfekten Körperbeherrschung transportiert Lieberknecht glaubhafte Emotionen ins Publikum, die Freude und Schmerz ausdrücken. Eine abstrakt dargestellte Geschichte der Evolution, denn das "primitive Wesen erlangt mit der Eroberung des Tischs eine höhere Entwicklungsstufe" wie Lieberknecht erklärt. "Wenn es auf dem Tisch angekommen ist, beginnt es zu beben, also auch zu leben und Gefühle zu haben", sagt sie weiter. Die zweite Performance verbindet den Klang einer Kontrabass-Klarinette mit einem bis dahin völlig unbekannten Klangobjekt, ähnlich einem Xylofon. Sein Erfinder ist Toni Di Napoli. Er spielt das Instrument und hat es vor 14 Jahren konstruiert. Weil es aus Stein besteht, hat er es Lithofon getauft. Die sphärischen, teilweise elektronisch anmutenden Klänge entstehen durch streichen der steinernen Klangplatten - auf und ab oder in Drehungen gleich einer Acht. Die Platten bearbeitet Di Napoli mit auf Stäben steckenden kleinen Gummibällen, die viele sicher als "Flummis" aus ihrer Kindheit kennen. Ein spannendes Schauspiel, das die ebenso große wie ungewöhnliche Kontrabass-Klarinette mit ihrer großen Ton-Bandbreite fast in den Hintergrund drängt. Mit musikalischer Unterstützung eines Laptops bearbeitet Elisabeth Flunger dann mit Holzstäben bewaffnet Schrott. Das klingt vielleicht komisch, es handelt sich hier aber tatsächlich um alte Pfannen, Rohre und Töpfe, die Flunger konzentriert in Bewegung und damit zum Tönen bringt. Sie erzeugt knirschende, quietschende und scheppernde Geräusche, die nach den Gesichtern der Zuschauer urteilend, spannend aber nicht immer angenehm sind.