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Weiterhin ein "Fass ohne Boden"

Weiterhin ein "Fass ohne Boden"

16,1 Millionen Mark (8,2 Millionen Euro) kostete der Bau der 1977 eröffneten Europahalle. 20 Prozent kamen damals aus dem Stadtsäckel. Seither hat die Stadt weit mehr als ihren damaligen Eigenanteil aufbringen müssen, um die Halle auf dem Stand der Zeit zu halten.

Trier. (rm.) Das vermeintliche Schnäppchen war keins. Als die Europahalle im September 1977 in Betrieb ging, dachte niemand an die Folgekosten. Zu groß war die Freude über das moderne Veranstaltungs- und Kongresszentrum, das den zur Ruine verkommenen Treviris-Saalbau ersetzen sollte. Und schließlich trug das Land ja 80 Prozent der Baukosten. Die Stadt musste umgerechnet "nur" rund 1,64 Millionen Euro beisteuern.

Doch dabei blieb es nicht. Seit 1994 sind große Modernisierungs- und Sanierungsprogramme nötig, für die größtenteils die Stadt aufkommen muss. Einschließlich der jetzt vom Stadtrat bewilligten 333 500 Euro für brandschutz- und sicherheitstechnische Maßnahmen summieren sich die Ausgaben zur Instandhaltung der Europahalle in den letzten 16 Jahren auf 3,3 Millionen Euro; ein gutes Drittel davon zahlte das Land. Außerdem machte der Stadtrat zusätzlich 144 000 Euro zur Abdichtung der Tiefgaragendecke locker. Darüber hinaus bringt die Stadt einen Betriebskostenzuschuss von jährlich rund 200 000 Euro auf.

Das "Fass ohne Boden", wie ein Ratsmitglied, das nicht genannt werden will, die Europahalle bezeichnet, bleibt der Stadt weiterhin erhalten. Versuche, die Immobilie zum Symbol-Preis von 1 Euro loszuwerden, scheiterten. Mithin ist es Sache der Stadt, die Europahalle in einem wettbewerbsfähigen und vertragsgemäßen Zustand zu halten.

Weil sich kein Abnehmer fand, dürfte das Rathaus noch knapp siebeneinhalb Jahre an die Halle und die daran gekoppelten vertrackten Verträge gebunden bleiben. Pächterin der Halle ist bis zum 31. Dezember 2017 die zur Günther-Reh-Gruppe gehörende Trierer Bürgerverein GmbH. Betreiber ist das Penta-Hotel.

Immerhin können sich die in der Europahalle auftretenden Künstler freuen: Sie erhalten demnächst eine neue Garderobe. Den bisherigen Zustand bezeichnet der Trierer Veranstalter Ingo Popp als "Zumutung".