Welch ein Gefühl, so lebendig zu sein

Welch ein Gefühl, so lebendig zu sein

Liebe, Verzweiflung, Gier und Wahnsinn: Das sind die Zutaten für ein gefährliches Spiel, das gut 40 Darsteller im großen Saal der Tufa auf die Bühne gebracht haben.

Trier. "Ich bin total begeistert, das klingt wie eines der ganz großen Musicals, das hätte ich nicht erwartet." Zuschauerin Lisa Schulte ist ganz hingerissen von dem, was sie gerade erlebt hat. Gut 40 junge Leute im Alter von 16 bis 33 Jahren haben "Jekyll and Hyde" vor ausverkauftem Haus aufgeführt. Das Musical ist die fünfte Produktion des Teams um Stephan Vanecek und Dominik Nieß.
Sämtliche Darsteller sind Laien, was aber der Spielfreude keinen Abbruch tut. Wie viel Engagement dahintersteckt, wird klar, wenn Stephan Vanecek aufzählt, dass er neben Regie und einer Darstellerrolle auch den Posten des Schneiders innehat. Sämtliche Kostüme (etwa 100 Teile) hat er selbst genäht.
Viel Musik und Gesang


Vor allem die gesanglichen Leistungen aller Akteure sind sehr gut. Und gesungen wird viel an diesem Abend. Musicalfreunde kommen voll auf ihre Kosten, und auch das Tufa-Orchester muss sich lediglich aus Platzgründen hinter der Bühne verstecken.
Wer muss da noch nach Bochum oder Hamburg, das fragt sich auch Zuschauerin Katja Kramp: "Dem Stück wäre es gerecht gewesen, auf einer ganz großen Bühne gezeigt zu werden." Etwas größer und dekorativer ausgestattet hätte es in der Tat sein können, aber Regisseur Stephan Vanecek hat aus den beschränkten technischen und räumlichen Möglichkeiten im Tufa-Saal das Beste gemacht. Dass das beim Publikum ankam, beweist es durch minutenlangen Applaus. Zuvor hat es in etwa drei Stunden erlebt, wie aus dem etwas hölzernen, aber freundlichen Dr. Jekyll (Dietmar Kruppert) der bösartige Mr. Hyde wird, der mordend durch die Straßen zieht. Seine Verlobte Lisa (Hannah Schabio) hält zu ihm, obwohl sie nicht versteht, was mit ihm vorgeht.
Als Mr. Hyde bringt er die Prostituierte Lucy (Katharina Scherer) in seine Gewalt und ist immer mehr von seiner Macht fasziniert. Die Verwandlungen geschehen immer häufiger, zu schön ist für ihn das Gefühl, "so lebendig zu sein", wenn Jekyll zu Hyde mutiert. Weitere Termine: 26., 27., 28. September, jeweils 20 Uhr, 29. September (19 Uhr) sowie 4. und 5. Oktober jeweils 20 Uhr sowie 6. Oktober (19 Uhr). Karten gibt es unter anderem im TV-Service-Center Trier am Nikolaus-Koch-Platz sowie an der Abendkasse. Alles über die Produktion unter www.tufa-musical.de

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