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Welschbillig - auf die Leinwand gebracht

Welschbillig - auf die Leinwand gebracht

Ein 90-minütiges Filmdokument hat Hobby-Filmer Hans-Günther Ney zusammengestellt. Er zeigt das Leben in Welschbillig in all seinen Facetten. Es ist der vierte Film dieser Art, alle fünf Jahre präsentiert Ney ein neues Werk. In vier Vorstellungen in der Kulturscheune Welschbillig konnten die Bürger den Film sehen. Ab sofort ist auch die DVD erhältlich.

Welschbillig. Gebannt sitzt das Publikum in der abgedunkelten Kulturscheune. Die Zuschauer sind still, auf das Geschehen auf der Leinwand konzentriert. Nur dann und wann ertönt Gelächter - da hat sich jemand im Film wiedererkannt. Denn was der Beamer projiziert ist kein Hochglanz-Hollywood-Blockbuster, der irgendwo weit weg gedreht wurde. Der Film präsentiert das Leben in Welschbillig: Dorffeste, Karneval, das 100-jährige Bestehen der Dorfschule 2011 oder die Schneemassen in den Jahren 2008 und 2010.
Dass die Energiewende auch vor Welschbillig nicht halt gemacht hat, zeigen Aufnahmen, die von der Plattform eines Windrades aus entstanden sind. Die rasante Bebauung des Neubaugebietes Flürchen II belegen Bilder aus den Jahren 2008 und 2010. Innerhalb von nur zwei Jahren wurde aus den brachliegenden Wiesen ein ganz neues "Viertel" in Welschbillig.
"Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, als Zugezogener etwas für die Dorfgemeinschaft zu tun", sagt Hans-Günther Ney, Produzent und Regisseur in Personalunion. Der gebürtige Ehranger ist leidenschaftlicher Hobbyfilmer. So wurde er zum Chronisten des Dorfes im digitalen Zeitalter. Ein bisschen technikverrückt sei er, und die Ausstattung sei immer auf dem neuesten Stand: "Seit einiger Zeit habe ich eine HD-Kamera, die Bilder sind jetzt viel besser", erzählt er mit stolzem Gesichtsausdruck.
Alle Aufnahmen des aktuellen Films stammen aus den Jahren 2006 bis 2011. In jeder freien Minute ließ Ney die Kamera mitlaufen. Für den Kommentar im Film hat er sich ganz besondere Moderatoren ausgesucht. Die Kinder des Kindergartens St. Peter haben zu allem eine Meinung: "Karneval ist super, weil man sich da verkleiden kann", sagt zum Beispiel Marie im Film.
Der Film ist der vierte seiner Art, im Fünf-Jahres-Rhythmus präsentiert Ney seit 1982 seine Werke. Mit Genehmigung des SWR baute Ney auch Sequenzen der Sendung Hierzuland in seinen Film ein. Am 17. März 2009 ausgestrahlt zeigte der Beitrag Persönlichkeiten des Ortes wie etwa die Malerin Elisabeth Becker.
Kaum ist der aktuelle Film uraufgeführt, arbeitet Ney schon am nächsten Streifen. Er ist im Besitz von N8-Aufnahmen aus den Jahren 1955 und 1957. "Die möchte ich zu einem Film zusammenschneiden und die noch lebenden Zeitzeugen zu Wort kommen lassen", erzählt Ney. Der Chronist arbeitet also unermüdlich daran, Welschbillig digital für die Nachwelt festzuhalten. lbe
Die DVD ist für 20 Euro bei Hans-Günther Ney erhältlich: Gartenstraße 2, 54298 Welschbillig. Telefon 06506/620.