Weltmännisch, aber in Ehrang verwurzelt

Weltmännisch, aber in Ehrang verwurzelt

Günther Kirsch war 20 Jahre lang Geschäftsführer beim SV Ehrang, von 2001 bis zu seinem 70. Geburtstag in diesem Jahr fungierte er als Vorsitzender der FSG Ehrang-Pfalzel. Doch nicht nur dem Ehranger Fußball hält er die Treue: Auch bei Bayern München ist er seit 20 Jahren Mitglied.

Trier-Ehrang. Günther Kirsch erinnert sich gut an das schönste Ereignis beim SV Ehrang: "Mitte der 1990er Jahre ist ein Spieler von uns zum VfL Bochum gegangen." Das war ein außergewöhnlicher Moment für den Ehranger. Die sieben Jahre in der B-Klasse waren die härteren Zeiten beim SV Ehrang. Doch der Junggeselle glaubt an die neuen Konzepte seines Vereins. "Seit längerem wird wieder großer Wert auf die Jugend gelegt, mittlerweile gibt es 19 Jugendmannschaften, und man sieht erste Erfolge", erzählt er begeistert.
Menschen ganz nah


Der SV Ehrang ist Kirschs Heimat. Beruflich hat er sein ganzes Leben als Beamter bei der Verbandsgemeinde Trier-Land verbracht. Schon als Kind hat er beim SV Ehrang gespielt, später dann in der Altherrenmannschaft. Am liebsten jedoch schaut er sich die Spiele an. "Ich finde es faszinierend, dass dieser Sport in allen Gesellschaftsschichten Fuß gefasst hat - beim Schauspieler wie beim einfachen Arbeiter."
Neben dem SV Ehrang unterstützt Kirsch auch Bayern München. Seit 20 Jahren ist er Mitglied und fährt regelmäßig nach München, um die Spiele zu sehen. "Die Gemeinschaft und die Stimmung in den Stadien sind einfach mitreißend." Für Günther Kirsch ist Bayern München der beste Verein in Europa. Doch die Fahrten nach München sind nicht alles: "Ich war schon bei fünf Weltmeisterschaften. Angefangen hat alles in England 1966." Neben den zwei Weltmeisterschaften in Deutschland war er 1990 in Italien und 2010 in Südafrika. "In Südafrika war die Stimmung sehr friedlich, in drei Wochen und bei acht gesehenen Spielen gab es keinerlei Rangeleien."
Nicht nur der Fußball lässt ihn reisen. Kirsch hat 30 Länder außerhalb Europas besucht. "Ich war in der ganzen Welt - von Alaska bis runter zur Antarktis." Seit 1977 unternimmt er jedes Jahr eine Studienreise in ein anderes Land. "Meistens begleiten uns Ethnologie- oder Geschichtsprofessoren, die das Land in- und auswendig kennen."
Stolz zeigt er sein großes Reiseregal mit all seinen Büchern und Magazinen. Er ist ein stiller Mensch, doch sobald es um das Thema Reisen geht, könnte er stundenlang erzählen. "Mich fasziniert die Lebensweise der Völker und die Kultur des jeweiligen Landes."
Weltmännisch ist Günther Kirsch - und doch bescheidener Teil von Gruppen, sei es der Verein oder die Ehranger Gemeinde. Günther Kirsch kennt nur wenig ich` und sehr viel wir.