Weltwirtschaftskrise in Trier wieder aktuell

Weltwirtschaftskrise in Trier wieder aktuell

Karl Marx und Friedrich Engels neu vertont: In einer Lesung hat der Schauspieler Rolf Becker das Manifest der Kommunistischen Partei vorgetragen. Überrascht hat die Zuhörer dabei vor allem der aktuelle Bezug.

Trier. Weltwirtschaftskrise. Die Armen werden immer ärmer, die Reichen immer reicher.
Themen, die schon im 19. Jahrhundert auf der Agenda der Gesellschaft standen. Themen, die in der aktuellen Weltwirtschaftskrise aktueller denn je erscheinen. Dieser Bezug wurde den Zuhörern in der Lesung "Das kommunistische Manifest" im Karl-Marx-Haus Trier verdeutlicht. Eingeladen von der Friedrich-Ebert-Stiftung, las Schauspieler Rolf Becker das Werk von Karl Marx und Friedrich Engels vor, das die beiden zwischen 1847 und 1848 verfassten. Becker, Vater der ebenfalls bekannten Schauspieler Ben und Meret Becker, spielte unter anderem in deutschen Fernsehproduktionen wie Tatort, Küstenwache oder Rosamunde- Pilcher-Filmen mit. Seit 2008 tourt er mit seiner Lesung durch ganz Deutschland. Der 76-Jährige erweckte Karl Marx mit ruhiger und sanfter Stimme für zwei Stunden zum Leben und ließ das Publikum an den Gedankengängen des gebürtigen Trierers teilhaben. Etwa 50 Zuhörer waren gekommen und lauschten den Worten Beckers. Diese fanden Anklang beim 33-jährigen Christoph Gille aus Belgien: "Das Thema ist sehr aktuell, und die heutige Krise lässt sich kaum von der damaligen unterscheiden. Rolf Beckers Stimme bringt das sympathisch auf den Punkt."
Durch Kommentare und Zitate, unter anderem von Heinrich Heine, unterstrich Becker den aktuellen Bezug und hob einzelne Stellen des Werkes - die teilweise sehr theoretisch waren - hervor. Im Gedächtnis bleiben wird der Abend den Besuchern allemal. "Seine Art ist einfach beeindruckend", sagte Claudia Heltmes, 49 Jahre, aus Saarburg. sthi