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Wem die Sonne aufs Dach scheint

Wem die Sonne aufs Dach scheint

Das Trierer Solardachkastaster zeigt, wo sich der Bau einer Photovoltaikanlage lohnt.

Trier "Sehr gut oder gut geeignet": Mit diesem Prädikat zeichnet die Stadt immerhin gut 50 Prozent aller Hausdächer in Trier aus. "Auf diesen Dächern lohnt sich die Montage einer Photovoltaikanlage", sagt Barthold Adamy vom Amt für Bodenmanagement und Geoinformation. Für eine Solarthermie-Anlage - bei der die Sonnenenergie nicht in Strom, sondern in Wärme umgewandelt wird, zum Beispiel fürs Duschwasser oder die Heizung - eigneten sich sogar rund 60 Prozent aller Trierer Häuser.
Ob das Haus, in dem man selbst wohnt, dazu gehört, lässt sich unkompliziert überprüfen. Einfach unter der Internetadresse solardachkataster-trier.de Straßenname und Hausnummer eingeben - schon erscheint eine Karte, auf der das Anwesen markiert ist. Und zwar rot, wenn es sehr gut geeignet ist für eine Solaranlage, ockerfarben bedeutet "gut geeignet, und ein gelbes Dach ist immer noch "geeignet" für Solarmodule. "Wir wollen mit dem Kataster das Interesse an Solaranlagen wecken - viele wissen nicht, dass ihre Hausdächer geeignet sind und wo sie das überprüfen können", sagt Triers Bau- und Umweltdezernent Andreas Ludwig. Bislang waren in dem Dachkataster nur Häuser bis zum Baujahr 2009 erfasst. Nach der Aktualisierung finden sich dort nun alle Gebäude - auch Gewerbebauten - , die bis Mai 2016 fertig waren. Neuere Häuser und Hallen finden sich nicht im Kataster und werden auch nicht nach und nach aufgenommen. "Das wäre zu aufwendig. Neuere Häuser können wir wohl erst wieder in ein paar Jahren gesammelt in die Datenbank einpflegen", bedauert Adamy. Über das Sonnenpotenzial unbebauter Grundstücke - etwa der Neubaugebieten im BU 14 bei Filsch oder Castelforte II - gibt das Kataster ebenfalls keine Auskunft. "Aber wer heute neu baut, der informiert sich ohnehin über die Möglichkeiten von Solarthermie oder -energie", meint Ludwig. Das Dachkataster der Stadt solle eher denjenigen Denkanstöße geben, die sich über mögliche Photovoltaik anlagen noch keine konkreten Gedanken gemacht haben.
Mit welchen Kosten für die Installation einer Anlage, staatlichen Förderungen, Einsparungen und Vergütungen für die ins Stromnetz eingespeiste Energie Bauherren für ein konkretes Anwesen in Trier rechnen müssen und können, darüber informiert die Webseite ausführlich. Auch, mit welchem Gewinn über die Gesamtlebensdauer der Anlage zu rechnen ist. Aus Datenschutzgründen erhält diese Detailinformationen allerdings nur, wer der Stadt per E-Mail versichert, zum Beispiel Eigentümer des entsprechenden Hauses und somit auskunftsberechtigt zu sein. "Wir liefern allerdings nur Durchschnittswerte. Vor dem tatsächlich Bau einer Anlage müssen Bauherren die Daten unbedingt mit einem Fachbetrieb oder Experten konkret besprechen", betont Adamy.Extra: AUCH MIETER KÖNNEN PROFITIEREN


Nicht nur Eigentümer von Wohn- oder Gewerbegebäuden können Photovoltaikanlagen nutzen. Bei sogenannten Mieterstrommodellen arbeiten die Stadtwerke mit Wohnungsbaugesellschaften zusammen, um Solarmodule auf Miethäusern zu installieren. "Die Mieter können dann direkt den Strom nutzen und von den günstigeren Preisen profitieren", erklärt Olaf Hornfeck, Chef der Stadtwerke Trier. Die SWT sponsern als örtlicher Energieversorger genauso wie die Sparkasse als Kreditgeber das städtische Solarkataster.