Wenig Beifall für geplanten Edeka-Umzug in Kürenz

Einzelhandel : Wenig Beifall für den geplanten Edeka-Umzug in Kürenz

Hart aber fair ist über den vorgesehenen Umzug des Edeka-Marktes in Kürenz von der Schöndorfer Straße in die Schönbornstraße diskutiert worden. 50 Zuhörer waren zu der Info-Veranstaltung der Stadtverwaltung gekommen.

Ein Umzug des seit 1995 in der Schöndorfer Straße ansässigen Edeka-Marktes auf das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in der Schönbornstraße (der TV berichtete) hat laut Trierer Stadtverwaltung nur eine Entfernung von 250 Metern zu überbrücken. Aber: Der nur geringfügige Unterschied von altem zu neuem Standort scheint zumindest für einen Teil der Besucher einer Info-Veranstaltung der Stadt am vergangenen Dienstag im Pfarrsaal St. Bonifatius nicht tragbar zu sein. Weniger wegen der Standortverlagerung als vielmehr wegen des Vorhabens schlechthin. Denn für die Bedenkenträger ist das städtische Konzept mit dem Bebauungsplan (BK 24 zwischen Schönborn- und Güterstraße) nicht zu Ende gedacht, wie sich in der Bürgerinformation bei mehr als der Hälfte der Diskutanten zeigte. Hauptgrund für den Edeka-Umzug dürften wirtschaftliche Gründe sein, einhergehend mit einer vergrößerten Verkaufsfläche auf 2200 Quadratmeter (bislang 1700 am alten Standort).

Stefan Leist und Christiane Schwarz vom städtischen Planungsamt versuchten, die Anwesenden für den Bebauungsplan zu begeistern zumal eine bessere Nahversorgung für die Bewohner von Alt-Kürenz und dem  Gartenfeld damit einhergehe. Seit Ende März liegt ein Aufstellbeschluss des Stadtrates vor. Der dreigeschossige Neubau entstünde unmittelbar an der Schönbornstraße gegenüber der bestehenden Halle, erläuterte Christiane Schwarz. Aber auch eine Alternative sei denkbar, nämlich die einer nur eingeschossigen Halle allerdings weiter in Richtung Gartenfeld. Die Gegner der Planungen befürchten eine weitere Zunahme des Verkehrs: Zu erwarten sei, dass nicht nur Fußgänger oder Fahrradfahrer aus dem Stadtteil den Markt ansteuern würden, sondern zudem auch Menschen von außerhalb. Folglich sei die städtische Annahme mit der Nahversorgung eine „reine Milchmädchenrechnung“. In der Güterstraße sei die Situation schon jetzt chaotisch. Noch drastischer eine Befürchtung aus dem Zuhörerkreis: „Mit Edeka werden das Gartenfeld und die Güterstraße kollabieren.“ Angenommene Vorteile – insbesondere für ältere Alt-Kürenzer – gingen  bei der Vielzahl skeptischer Stimmen fast unter. Weiterer Kritikpunkt: Zu vermuten sei, dass die vorhandenen Parkplätze in der Güterstraße wegfielen. Eine Annahme aus dem Publikum, der Stefan Leist nicht unbedingt widersprechen wollte. Auch gab es keinen Widerspruch von städtischer Seite zu der Nachfrage, dass die 2200 Fahrzeuge pro Tag wohl ohne die zu erwartenden Neuerungen auf dem ehemaligen Walzwerkgelände kalkuliert worden seien. Nicht zuletzt daher gehörte eine „komplett neue Planung“ auf den Tisch, so ein Vorschlag aus dem Kreis der Anwesenden. Offenbar überhaupt nicht  von der Verwaltung verfolgt worden sei, mehr für eine „urbane“ Entwicklung mit städtischem Wohnen in Kürenz zu sorgen, so eine andere kritische Stimme. Auf dem Areal ließe sich einiges verwirklichen. Wohlverstandene Innenstadtentwicklung in diese Richtung werde mit dem BK 24 als Gewerbegebiet gerade verhindert. Mehr noch: Trier vertue hier „Chancen auf hundert Jahre“. Dem widersprach Stefan Leist energisch: Eine Stadt brauche auch Arbeitsplätze: „Vom Wohnen alleine wird man nicht satt.“ Eine weitere kritische Stimme führte ins Feld, warum nicht eine Fußgänger-Überquerung über die Bahngleise hin zum nicht weit weg entfernten Alleencenter mit seinen Einkaufsmöglichkeiten in Erwägung gezogen werde. Dies wäre eine „tolle Sache“. Dem stimmte Stefan Leist sogar zu: Wenn es finanziell umsetzbar wäre. Ein Investor hierfür müsse allerdings noch erfunden werden.

Alle vorgebrachten Argumente würden geprüft, versprachen Stefan Leist und Christiane Schwarz den Anwesenden. Ferner bestehe die Möglichkeit, sich mit Vorschlägen noch bis zum 24. Mai auch schriftlich an die Stadtverwaltung zu wenden.

 Und was passiert mit dem Areal des Alt-Edeka-Marktes (TV vom 6./7. April)? Hierzu würden weitere Gespräche mit den Beteiligten geführt, sagte Stefan Leist im Gespräch mit dem TV. Geäußerte Sorgen würden ernst genommen.

Ausführliche Planunterlagen auf der Internet-Seite der Stadt Trier: www.trier.de/bauleitplanung

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