Weniger Lärm, mehr Grün

Seit dem Frühjahr ist es amtlich: Rund 1800 Trierer sind besonders stark von Verkehrslärm betroffen. Einer der Belastungsschwerpunkte in Trier-Nord ist die Paulinstraße. Dort hat sich bereits vor 15 Jahren eine Bürgerinitiative gegen Verkehrslärm und Abgase formiert.

 Einer der Verkehrsbelastungsschwerpunkte in Trier-Nord ist die Paulinstraße. Seit vielen Jahren setzen sich Anwohner für eine Verkehrsberuhigung ein. Unterstützt werden sie nun durch das „Netzwerk Nord“. TV-Foto: Dorothee Quaré-Odenthal

Einer der Verkehrsbelastungsschwerpunkte in Trier-Nord ist die Paulinstraße. Seit vielen Jahren setzen sich Anwohner für eine Verkehrsberuhigung ein. Unterstützt werden sie nun durch das „Netzwerk Nord“. TV-Foto: Dorothee Quaré-Odenthal

Trier. "Tempo 30 für die Paulinstraße" ist eine der Empfehlungen des Kaiserslauterer Planungsbüros FIRU, das im Juni seine Ansätze zur Lärmminderung in Trier vorgestellt hat: Vor allem die Lärmreduktion in der Nacht wäre erheblich, haben Berechnungen ergeben. Insgesamt wären rund 250 von 800 Anwohnern deutlich entlastet. Beauftragt wurde das Büro von der Stadt Trier, die bis zum Jahresende einen abschließenden Lärmaktionsplan veröffentlichen will.

Tempo 30 für die Paulinstraße



Bereits vor 15 Jahren hat sich die "Bürgerinitiative Paulinstraße" gegründet. Eines der Hauptziele: Tempo 30 in der Paulinstraße zwischen 22 und 6 Uhr.

Ein teils heftig geführter Briefwechsel begann, etwa mit dem damaligen OB Helmut Schröer und dem damaligen Wirtschaftsdezernenten Norbert Neuhaus. Streitpunkt: Anhand der durchgeführten Messungen und Berechnungen gebe es keinen Anlass zum Handeln. Im Februar 1996 gelang der Bürgerinitiative dennoch ein großer Erfolg: Der Stadtrat stimmte für den entsprechenden Antrag, vorgebracht von der UBM.

Passiert ist dennoch bis heute nichts: "Der Beschluss ist damals von der Bezirksregierung gekippt worden", erinnert sich Winfried Blass, einer der damaligen Aktivisten der "Bürgerinitiative Paulinstraße". Nach wie vor litten die Anwohner der Paulinstraße unter massivem Verkehrslärm, etwa durch nächtliche Motorradfahrer, sowie unter der Abgasbelastung: "Das alles bewegt die Bürger hier sehr stark." Das Fazit des Anwohners: "Wir brauchen die große Lösung für Trier-Nord - die Umgehung Metternichstraße."

"Die 48. Änderung des Flächennutzungsplanes Verkehrsnetz Trier-Nord wurde am 31.3.2004 vom Stadtrat beschlossen", informiert die Stadt Trier. Ein wesentliches Ziel sei die Entlastung des Stadtteils Trier-Nord vom Fremdverkehr durch eine Hauptverkehrsachse Dasbachstraße/ Metternichstraße/ Moselbahndurchbruch/Kürenzer Straße, ergänzt durch den Wasserwegdurchbruch. "Aufgrund der angespannten Finanzlage im städtischen Haushalt sind diese Maßnahmen jedoch erst in der mittelfristigen Finanzplanung für die späteren Jahre eingeplant."

"In Mainz liegt doch Geld für derartige Projekte", kontert Winfried Blass. Und mit Blick auf die neue Trier-Galerie ergänzt er: "Es geht immerhin um die Pflege des Stadtbilds - Trier droht der Kollaps!"

Verkehrsberuhigt und begrünt



Auch die nach der Zukunftskonferenz im Juni 2006 gegründete Initiative "Netzwerk Nord" setzt sich mit Nachdruck für mehr Lebensqualität im Stadtteil ein. In einer gemeinsamen Absichtserklärung mit Oberbürgermeister Klaus Jensen vor rund einem Jahr wurden vier vorrangige Projekte festgehalten, darunter die Verwaltungsvorhaben "Grünes Band Trier-Nord" und "Moselbahndurchstich/Metternichstraße", mit Hilfe derer Trier-Nord verkehrsberuhigt und begrünt werden soll. "Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und den Einrichtungen in Trier-Nord ist sehr gut", sagt "Netzwerk Nord"-Sprecher Philipp Bett.

Er sei zuversichtlich, dass zumindest einige kleinere Maßnahmen kurzfristig umgesetzt werden könnten. Und er betont: "Wir freuen uns über alle, die mitmachen und sich für Trier-Nord engagieren wollen." Das "Netzwerk Nord" trifft sich am Mittwoch 8. Oktober, um 19.30 Uhr im Café des Bürgerhauses Trier-Nord.