Weniger Tote und Verletzte

Schweich · Leichter Anstieg bei den Unfällen, aber weniger Verkehrstote und Verletzte - die Polizeiinspektion Schweich hat die Unfallstatistik für das Jahr 2012 vorgelegt. Hauptunfallursache ist weiterhin zu schnelles Fahren.

Schweich. 1445-mal hat es im vergangenen Jahr auf den Straßen der Verbandsgemeinde Schweich und in den östlichen Stadtteilen von Trier gekracht. Das sind zwar 28 Unfälle mehr, die sich im Zuständigkeitsgebiet der Polizei Schweich (siehe Extra) ereignet haben als 2011, dennoch ist Friedhelm Fleischmann, der zuständige Verkehrsexperte, zufrieden.
Der Grund: Es kamen "nur" 209 Menschen zu Schaden, das sind 40 weniger als im Jahr davor. Und auch die Zahl der Toten ging von fünf auf drei zurück. Dabei handelt es sich um Fahrer und Beifahrerin, die zusammen in einem Auto unterwegs waren, und um einen Fußgänger, der auf einem Betriebsgelände von einem LKW erfasst worden war (der TV berichtete). Auch nahm 2012 die Zahl der Verletzten (206) um 38 Personen ab.

Neue Unfallschwerpunkte: Besonders häufig musste die Polizei wie in den Vorjahren zu Unfällen auf der kurvenreichen Landesstraße 46 zwischen Trier-Quint und Zemmer ausrücken. Häufiger als anderswo hat es auch im Verlauf der B 53 zwischen Longuicher Brücke und Schweich gekracht sowie am Kreisel beim Leinenhof. Laut Fleischmann gab es dort sieben Unfälle; jedesmal hatten Kraftfahrer, die von der Schweicher Ortsentlastungsstraße kamen, die Vorfahrt der Fahrzeuge im Kreisverkehr missachtet.

Zu hohes Tempo: In 178 Unfällen waren Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs; auch Fehler bei der Vorfahrt und ein zu geringer Sicherheitsabstand waren häufige Unfallursachen.
Unter Einwirkung von Drogen ereigneten sich 29 Unfälle, 121 Kraftfahrern wurde Alkohol- und Drogenkonsum nachgewiesen. Bei Kontrollen hat die Polizei 3117 Geschwindigkeitsübertretungen geahndet, ferner gab es 233 Strafanzeigen, 847 Ordnungswidrigkeitsanzeigen und 4593 gebührenpflichtige Verwarnungen.

Unfallflucht rückläufig: In 252 Fällen ergriffen die Beteiligten nach Unfällen zunächst unerkannt die Flucht, das sind etwa acht Prozent weniger als 2011. Die "Aufklärungsquote" betrug 2012 dank aufmerksamer Zeugen und akribischer Ermittlungsarbeit 43,25 Prozent.

Weniger Unfälle mit Kindern: Die Zahl der Unfälle mit Kindern hat sich halbiert. Acht Mal waren Kinder betroffen; drei Kinder wurden als Mitfahrer verletzt, zwei als Radfahrer und drei als Fußgänger. Glücklicherweise registrierte die Polizei nur einen Schulwegunfall.

Risikogruppe junge Fahrer: In jeden fünften Unfall (285) waren 18- bis 24-Jährige verwickelt. Angesichts eines achtprozentigen Anteils an der Gesamtbevölkerung sind sie mit 20 Prozent also stark überproportional beteiligt. 194 Unfälle wurden von jungen Fahrern verursacht; 44-mal waren sie dabei zu schnell unterwegs. Während hier mangelnde Fahrpraxis, Selbstüberschätzung und Risikobereitschaft zum Tragen komme, so Fleischmann, zeigten sich bei den Senioren eher andere Defizite wie das Parken und das Rückwärtsfahren.

Mehr Wildunfälle: Nach einem Rückgang der Wildunfälle in den Vorjahren verzeichnet die Polizei Schweich seit zwei Jahren eine deutliche Zunahme: 430-mal kam es 2012 zu "Wildberührung" oder Ausweichmanövern. Oft ließen sich solche Unfälle nicht vermeiden, meint dazu die Polizei, jedoch könne durch "Fahren auf Sicht" das Risiko erheblich minimiert werden.Extra

Der Dienstbezirk der Polizeiinspektion (PI) Schweich erstreckt sich auf die Trierer Stadtteile Quint, Ehrang, Biewer, Pfalzel und Ruwer-Eitelsbach, die komplette Verbandsgemeinde Schweich mit der Stadt Schweich sowie Teile der Verbandsgemeinde Trier-Land (Aach, Kordel, Newel, Welschbillig und Zemmer) und Teile der Verbandsgemeinde Ruwer (Mertesdorf, Kasel, Waldrach, Morscheid und Riveris). Im rund 330 Quadratkilometer großen Dienstbezirk wohnen rund 62 000 Einwohner. Von den 1445 Unfällen, die die PI Schweich im Jahr 2012 erfasst hat, ereigneten sich 338 im Bereich der Stadt Trier. alfExtra

Teile der Verbandsgemeinde Ruwer liegen im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion (PI) Hermeskeil, deren Revier ein Straßennetz mit 224 Kilometern umspannt. Die PI Hermeskeil hat 2012 insgesamt 789 Unfälle gezählt - das waren 17 mehr als im Jahr davor. Es gab aber nur einen Verkehrstoten. 2011 waren es noch drei. Auch die Zahl der Verletzten ist deutlich gesunken - und zwar von 110 auf 75. Bei den Wildunfällen hat es hingegen einen Anstieg von 318 auf 374 gegeben. Damit fällt fast die Hälfte aller Unfälle im Hochwald in diese Kategorie. Im Bereich der VG Ruwer gab es die meisten Unfälle im Bereich Osburg. Hier wurden 59 Unfälle gezählt. ax

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