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Wenn Bäche und Mosel zu viel Wasser führen

Hochwasser : Wenn Bäche und Mosel zu viel Wasser führen

Erst Dauerregen, dann Dauereinsatz: Nicht nur das Hochwasser hat Einsatzkräfte und Anwohner auf Trab gehalten.

Im Vergleich mit den am 21. Dezember 1993 am Pegel Trier gemessenen 11,28 Metern mag das aktuelle Moselhochwasser mit rund neun Metern vergleichsweise harmlos wirken. Verbunden mit den heftigen Regenfällen von rund 60 Litern pro Quadratmeter in drei Tagen hat es trotzdem gereicht, viele Einsatzkräfte und viele Menschen in Trier und im Umland  mächtig auf Trab zu halten.

Relativ früh ist am Dienstagnachmittag klar gewesen, dass Mosel, Sauer oder Ruwer anschwellen werden. Hätte nicht ein Fluttor in Trier-Pfalzel offengestanden, wäre auch dort nichts geschehen. Laut Stadtverwaltung Trier gab es in der Nacht auf Dienstag zwei Schwerpunkte bei den Einsätzen. Auf dem Parkplatz am Ende der Krahnenstraße direkt hinter dem Mosel­damm stand aus der Kanalisation hochdrückendes Wasser. Mehrere Autos drohten wegzuschwimmen. Zehn Autos mussten zur Sicherheit abgeschleppt werden. Um das Wasser direkt in die Mosel zurückzupumpen, verlegte die Feuerwehr Schlauchleitungen über die Moseluferstraße, die deshalb mehrere Stunden lang voll gesperrt werden musste.

Im Stadteil-Zewen ein ähnliches Bild: Dort war der Zewener Bach über die Ufer getreten und hatte Kordelerstraße und Kirchenstraße überflutet. Auch dort standen Autos im Wasser.

Im Stadtteil Ruwer war es der gleichnamige Fluss, der für Überflutungen sorgte.

 In Trier-Ruwer überschwemmt die Ruwer ufernahe Flächen.
In Trier-Ruwer überschwemmt die Ruwer ufernahe Flächen. Foto: Peter Kretzschmar

Ein eher ungewöhnlicher Einsatz war auch am Dienstagnachmittag noch nicht beendet. In Aach hatten sich Teile eines Gerüstes in einer Bachverrohrung vekeilt. Der Klinkbach floss deshalb nicht mehr ab, überschwemmte die Ortsdurchfahrt und lief in Keller. Um das Ablaufen des Wassers wieder zu ermöglichen, rückten Baumaschinen an, um an die Kanalrohre zu kommen.  Ebenfalls mit Maschinen anrücken mussten Helfer in Kordel und in Trier-West. Grund waren Erdrutsche. In Trier waren im Bereich Irrbach rund 150 Kubikmeter ins Rollen gekommen und hatten Bäume mit sich gerissen. Dabei wurde die Zufahrtsstraße zu einigen Wohnhäusern komplett versperrt.