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Wenn Besuch kommt, wird gespielt

 Feiern bei Kaffee und Kuchen den 100. Geburtstag von Anni Grießmann (Vierte von links): Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz, Oberbürgermeister Klaus Jensen, Madlen Schneider, Klemens Kron, Inge Kron und Sonja Gerhardt (von links). TV-Foto: Sabrina Junge
Feiern bei Kaffee und Kuchen den 100. Geburtstag von Anni Grießmann (Vierte von links): Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz, Oberbürgermeister Klaus Jensen, Madlen Schneider, Klemens Kron, Inge Kron und Sonja Gerhardt (von links). TV-Foto: Sabrina Junge
Trier-Euren. Rosafarbene Brille, farblich auf die Kleidung abgestimmte Ohrringe: Anni Grießmann sieht man ihr Alter nicht an. Diese Woche hat die Triererin mit Familie und Freunden im Ago-Seniorenzentrum in Euren ihren 100. Geburtstag gefeiert.

Trier-Euren. "Das hätte ich wirklich nicht gedacht, dass ich mal ein ganzes Jahrhundert alt werde", sagt Anni Grießmann. Oberbürgermeister Klaus Jensen und Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz, die sich unter die Gratulanten gemischt haben, sind von der rüstigen Rentnerin beeindruckt. "Die 100 Jahre sieht man Ihnen, weiß Gott, nicht an", sagt Schmitz.
Wie hat es die gebürtige Trie rerin geschafft, so alt zu werden und so fit zu bleiben? Sie lacht. "Viel arbeiten." Das viele Arbeiten begann schon in jungen Jahren. Mit 16 Jahren musste sie die Verantwortung für ihre drei Brüder übernehmen, denn die Mutter starb früh. Im Zweiten Weltkrieg floh Anni Grießmann nach Thüringen. Das Haus war zerstört, als die Familie zurück nach Trier kam. Auch als ihr Ehemann mit nur 33 Jahren an Kriegsfolgen starb, gab die sechsfache Mutter nicht auf. Ihre Lebensfreude ließ sie sich nie nehmen.
20 Jahre lang brachte sie Zeitschriften in das Trierer Elisabethkrankenhaus. Jeden Tag radelte sie dorthin, um die Patienten mit neuem Lesestoff zu versorgen. Wer denkt, im Alter werde nicht mehr auf das Aussehen geachtet, täuscht sich: Zahlreiche Lippenstifte und Kleider hat Anni Grießmann mit in das Seniorenzentrum gebracht. "Sie ist schon ein wenig eitel", erklärt Enkelin Sonja Gerhardt schmunzelnd.
Seit einem Jahr wohnt Anni Grießmann nun im Seniorenzentrum Ago in Euren. Dort kommt sie regelmäßig ihrem großen Hobby nach: Mensch ärgere dich nicht spielen. Als vielfache Oma und Uroma bekommt sie regelmäßig Besuch. Und dann wird selbstverständlich immer eine Partie gespielt. saj