Wenn Bildung durch die Leber geht

TRIER. (jbk) "Saufen für die Bib" lautet das Motto der Party, die zum dritten Mal von den wissenschaftlichen Mitarbeitern des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Uni Trier zugunsten der Bibliothek veranstaltet wurde.

"Wenn man das Buch aufschlägt und den Spenden-Stempel ,Saufen für die Bib' sieht, weiß man, dass man mit Hilfe seiner Leber dazu beigetragen hat, den Bestand der Bibliothek zu verbessern." So beschreibt die Jura-Studentin Judith (26), warum sie diese Party nicht nur als Gast, sondern auch hinter dem Tresen unterstützt. "Von der desaströsen Finanzlage der Universitäten war in den vergangenen Jahren immer wieder die Rede, welche Auswirkungen das auf den Universitätshaushalt und die Qualität des Studiums hat, dringt jedoch nur selten in aller Deutlichkeit nach draußen", kritisiert der wissenschaftliche Mitarbeiter Thomas Finkenauer, der gemeinsam mit seinen Kollegen von der Rechtswissenschaft die Veranstaltung organisiert. "Die Rechtswissenschaft ist eine Bücherwissenschaft", betont Dekan Franz Dorn, der sich aus Solidarität mit der Aktion "Saufen für die Bib" ebenfalls unter den Partygästen befindet. Gerade in diesem Fachbereich seien aktuelle Buch- und Zeitschriftenausgaben in der Bibliothek ein Muss. Wenn 400 Studenten ein Hausarbeitsthema innerhalb kurzer Zeit bearbeiten müssen, aber nur ein einziges Exemplar der notwendigen Literatur vorhanden ist, zeigt das, wie schwer es ist effektiv zu studieren, so Finkenauer. Der verfügbare Etat sei um 59 941 Euro auf 195 784 Euro in 2003 gekürzt worden, teilt der Referent der Bibliothek, Carlheinz Straub, mit. Für das laufende Jahr rechne er nochmals mit einer zehnprozentigen Kürzung. Die Folge: Viele Zeitschriften und Lehrbücher können nicht mehr oder nicht in ausreichender Zahl angeschafft werden. Der Erlös der Party "Saufen für die Bib" komme ausschließlich der Bibliothek zugute. Im Jahr 2003 waren das rund 1900 Euro, sagt Straub. Bei solch einem Erfolg können einige Beteiligte nur noch darüber lächeln, dass zunächst nur die lateinische Übersetzung ("Bibite pro libris") in den Treppenhäusern plakatiert werden durfte.

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