Wenn der Geist aufblitzt

Thema des Wissenschaftsjahres 2007 sind die Geisteswissenschaften. Ihnen widmete sich auch der rheinland-pfälzische Tag der Forschung an der Universität Trier.

Trier. "Die Geisteswissenschaften sind unsere Chance und unsere Stärke", betont Peter Schwenkmezger, Präsident der Universität Trier. Sie bilden den Schwerpunkt des Fächerangebotes der Hochschule, die sich daher als idealer Ort für den Tag der Forschung anbot. In der achten Auflage der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerichteten Wissenschaftsjahre stehen 2007 erstmals die Geisteswissenschaften im Mittelpunkt. "Es wurde ja auch Zeit", sagt die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen. Sie hofft, "dass die Bedeutung der Geisteswissenschaften für die deutsche Wissenschaftslandschaft deutlicher wird".Vielerorts sind es Naturwissenschaften, Technik oder Medizin, die das Profil einer Hochschule bestimmen und für das Prestige sorgen. Ein mit hohen Kosten entwickeltes Fahrzeug oder ein Krebsmedikament sind schließlich öffentlichkeitswirksam vermarktbar. Geisteswissenschaften stehen dagegen oft unter dem Druck, sich rechtfertigen zu müssen, regelmäßig wird ihre tatsächliche oder angebliche Krise diskutiert.Peter Schwenkmezger sieht daher auch die Geisteswissenschaften selbst in der Pflicht: "Sie müssen ihre Kompetenzen aktiv aufgreifen und offensiv vertreten." An der Uni Trier wurde mit der Aktion "Geistesblitze" jetzt ein solches Projekt gestartet. Die geistes- und kulturwissenschaftlichen Forschungsverbünde wollen sich in Zukunft einheitlich in der Öffentlichkeit darstellen.Von der Bedeutung der Geisteswissenschaften an der Trierer Uni zeugen der Sonderforschungsbereich "Fremdheit und Armut" - einer der wenigen bundesweit, die sich geisteswissenschaftlichen Themen widmen - sowie drei Graduiertenkollegs. In einer Podiumsdiskussion bot sich am Tag der Forschung auch die Gelegenheit zum Dialog zwischen Politik und Wissenschaft.