Wenn der Tod nahe ist

TRIER. (KBB) Vor zehn Jahren hat der Hospiz-Verein Trier seine Arbeit aufgenommen. Seitdem versucht er, schwerkranken Menschen einen würdigen Abschied zu ermöglichen. Unter anderem durch Spenden der TV-Leser entsteht zur Zeit in der Ostallee ein Hospiz-Haus für die Region.

Finanziert durch Mitgliedsbeiträge, Zuschüsse und vor allem Spenden hat es sich der Hospiz-Verein zur Aufgabe gemacht, alte und kranke Menschen in den letzten Wochen, Tagen oder Stunden des Lebens zu begleiten. Die "Patienten" werden vorwiegend ambulant, also zu Hause oder im Krankenhaus, sowie in geringem Umfang auch stationär im bisherigen Hospizhaus im Margaretengäßchen 4 betreut. "2005 haben wir 68 Menschen betreut", sagt Gabi Reichel vom ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Trier, "davon 52 ambulant und elf stationär." Die stationäre Betreuung soll künftig durch den Bau eines neuen Hospizhauses in der Ostallee ausgeweitet werden. Finanziert wird es durch Spendeneinnahmen, hauptsächlich aus der Aktion "Da-Sein" in Zusammenarbeit mit dem Trierischen Volksfreund und aus der 1997 gegründeten Herbert-und-Veronika-Reh-Stiftung, die die Bauherrenfunktion übernimmt und das Haus für den Hospizverein zur Verfügung stellt. "Wenn es schnell geht, wird das neue Hospizhaus schon Ende September dieses Jahres bezugsfertig sein", freut sich Herbert Reh. Während der Jahrhauptversammlung blickte Monika Lutz, Vorsitzende des Hospizvereins, auf zehn arbeitsreiche Vereinsjahre zurück: "Ich danke vor allem den drei hauptamtlichen und 72 ehrenamtlichen Helfern in unserem Verein. Wir haben in den vergangenen zehn Jahren gemeinsam viel erreicht." Vor allem die Aktion "Da-Sein" sorgte für Aufmerksamkeit und mehr Verständnis im Umgang mit dem Thema "Tod" - rund 500 000 Euro an Spenden konnten mit der Aktion gesammelt und in das Projekt "Ein Hospizhaus für Trier" investiert werden. Auch mit künstlerischen Formaten soll die Auseinandersetzung mit dem Tabu-Thema Tod gefördert werden: Im Februar beginnt eine Filmreihe im Broadway-Kino und am 11. März ist ein Chanson-Abend mit dem Thema "Bevor ich gehe, bleibe ich" vorgesehen. "Wir müssen alten und kranken Menschen weiterhin eine Perspektive bieten", sagt Monika Lutz, "würdiges Sterben muss angesichts der demografischen Entwicklung und der älter werdenden Gesellschaft möglich bleiben. Dazu wollen wir einen Beitrag leisten."

Mehr von Volksfreund