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Wenn die Mühle zum echten Nachbarn wird

Wenn die Mühle zum echten Nachbarn wird

Sie gehörten eigentlich schon immer dazu und doch nie hundertprozentig. Die Bürger der Pellinger Mühle haben vor zwei Jahren den Antrag gestellt, offiziell Teil von Franzenheim zu werden. Nun hat auch der Gemeinderat Pellingen dieser Gebietsänderung zugestimmt.

Pellingen/Franzenheim. "Pellinger Mühle, 54316 Franzenheim": Wenn auf den letzten paar Metern des Verfahrens zur Eingemeindung des kleinen Stück Lands nichts mehr schiefgeht, haben die Bewohner der Pellinger Mühle bald eine neue Postanschrift. Zum Glück, werden sich die "Noch-Pellinger" denken. Denn wegen ihrer Zugehörigkeit zu Pellingen gab es zum Beispiel immer mal wieder Probleme mit der Postzustellung. Briefträger suchten in dem Höhenort vergebens nach einer Mühle. Der Umweg über Franzenheim kam da erst bei genauerem Blick auf die Landkarte in den Sinn. Die Bürger waren es offenbar leid und beantragten 2008 die Eingemeindung nach Franzenheim.

Kein Wunder, denn allein über eine kleine, Franzenheimer Brücke ist dieses Pellinger "Anhängsel" zu erreichen. 100 Meter sind es bis zur Franzenheimer Grenze. Die Entfernung zur Heimatgemeinde beträgt dagegen Luftlinie rund 1000 Meter. Nur der Name der Exklave, der laut Historiker Rudolf M. Gall erstmals im 17. Jahrhundert erwähnt worden ist, deutet auf die Zugehörigkeit zur Verbandsgemeinde (VG) Konz hin. Selbst das Wasser wird von der VG Ruwer geliefert.

Es liegen noch nicht alle Beschlüsse vor



Inzwischen haben sich fast alle unmittelbar betroffenen Kommunalgremien mit der kleinen Gebietsreform befasst. Pellingen gibt nach Angaben des Ortsbürgermeisters Jäckels mehr als 7000 Quadratmeter Land samt Mühle ab und bekommt von Franzenheim im Gegenzug ein etwa 9000 Quadratmeter großes Stück Grünland, das sich in der Nähe des Gewerbegebiets befindet. Der Ortsgemeinderat Franzenheim hat bereits im Dezember 2008 sein Ja zum Dorfzuwachs gegeben. "Wir legalisieren damit nur das, was schon lange Bestand hat", sagt Franzenheims Orts-Chef Johann Jäckels im TV-Gespräch. Die Bürger der Pellinger Mühle seien schon lange in der Gemeinde integriert, seien Mitglieder in Vereinen, die Kinder wachsen gemeinsam auf.

Auch der Verbandsgemeinderat Trier-Land hat im Januar 2009 sein positives Votum abgegeben. In der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderates haben nun auch die Pellinger zugestimmt; der Beschluss des Konzer Verbandsgemeinderats und das OK der Kreisverwaltung stehen noch aus.

"Mit diesem Schritt tragen wir den Wünschen der Bürger Rechnung", sagt Ortsbürgermeister Horst Hoffmann. Das sei auch eine Art Basisdemokratie.

Dass "seine" Pellinger auch unter der offiziellen Verwaltung von Amtskollege Jäckels gut aufgehoben sein werden, beweist dieser mit einer freundlichen Geste: "Sobald alles in trockenen Tüchern ist, wird es ein Willkommensfest für die Bürger der Pellinger Mühle geben", sagt Jäckels. Eins steht laut Hoffmann derweil außer Frage: "Die Pellinger Mühle wird immer die Pellinger Mühle bleiben."