Wenn die Mutter mit dem Sohne ...

Wenn die Mutter mit dem Sohne ...

Keine Spur von Generationenkonflikt: Moni Reinsch und Sohn Simon haben gemeinsam den Krimi "Tief im Hochwald" geschrieben - und arbeiten bereits an weiteren Bänden. Aber Mutter und Sohn haben noch mehr Gemeinsamkeiten: beide studieren.

Trier. Tief im Hochwald gibt es nicht nur den malerischen Ruwer-Hunsrück-Radweg und den abwechslungsreichen Saar-Hunsrück-Steig, sondern auch einen gerissenen Serienmörder. Seine Taten erschüttern das verschlafene Hochwalddorf Hellersberg. Zwischen den Verbrechen scheint es nur eine Verbindung zu geben: Alle Morde hängen mit dem Freizeittrend Geocaching zusammen. Die ermittelnde Trierer Kommissarin stößt auf ein so hartnäckiges Schweigen der Dorfbewohner, dass in ihr ein schrecklicher Verdacht zu keimen beginnt.
Personen frei erfunden


Diese spannende Geschichte haben Moni und Simon Reinsch konstruiert. Die 44-Jährige hat geschrieben, sie haben sich gegenseitig vorgelesen, mal am Telefon, mal über den Internet-Dienst Skype und mal, wenn Simon zu Hause zu Besuch war. Danach haben Mutter und Sohn wieder gemeinsam an Passagen und am Gerüst gefeilt. "Ein Kapitel habe ich komplett neu geschrieben", sagt die Autorin. Und sie betont, dass Handlungen und Personen frei erfunden seien.
Warum spielt der Krimi im Hochwald? "Ich habe fünf Jahre dort gearbeitet", sagt die zweifache Mutter. Dort sei es immer vier Grad kälter, die Gegend dunkler und düsterer.
Das Autorenduo war sich einig, dass der Krimi an einem Ort spielen sollte, der beiden gut vertraut ist.
Simon fährt häufig durch den Hochwald auf dem Weg zum Umwelt-Campus Birkenfeld. Dort studiert der 19-Jährige im fünften Semester Medieninformatik. Seine 25 Jahre ältere Mutter ist an der Uni Trier im sechsten Semester für Psychologie eingeschrieben. "Ich finde es eine Leistung, in dem Alter noch mal zu starten", lobt der Sohn den Schritt der Mutter. Doch beide sind sich einig: Es müssen zwei verschiedene Unis sein. "Es wäre komisch für mich, wenn ich mit Freunden in die Mensa gehen würde und meine Mutter würde da sitzen", sagt Simon.
Und für Moni Reinsch wäre ein Studium an der Universität Trier nie infrage gekommen, wenn Simon sich dort eingeschrieben hätte. Damit, dass neben ihr im Hörsaal Studenten sitzen, die so alt sind wie ihr Sohn, hat sie kein Problem. Andersherum schon eher: "Für die, die gerade von zu Hause ausgezogen sind, ist es schon irritierend, wenn dann so ein Muttertyp neben ihnen im Hörsaal sitzt", meint Reinsch. Apropos Uni: Der zweite Krimi spielt auf dem Trierer Campus. Aber dieses Buchprojekt ruht zurzeit, da die Krimischreiber schon mit Band drei beschäftigt sind. "Der spielt im Altersheim mit Demenzkranken", verrät Reinsch. Alle haben das Verbrechen gesehen, doch keiner der Senioren kann sich aufgrund der Erkrankung daran erinnern. "115 Seiten stehen schon", sagt Simon. Ein anstehendes Praktikum hat Moni Reinsch fürs Bücherschreiben nach hinten geschoben. "Schön, wenn man nicht mehr auf das Bafög angewiesen ist", schwärmt sie.
Das Autorenduo aus zwei Generationen hat Blut geleckt am Krimischreiben und so viel Spaß dabei, dass die beiden zwischen Studium, Haushalt und eigener Bude, Familie und Freunden immer Zeit finden, um ausgetüftelte Kriminalgeschichten wie "Tief im Hochwald" vor der Haustür zu kreieren. katExtra

Der Kriminalroman "Tief im Hochwald" von Moni und Simon Reinsch ist im Emons-Verlag erschienen. Das Buch umfasst 352 Seiten und ist im Buchhandel zum Preis von 10,90 Euro erhältlich.kat