Wenn es zu wild blitzt und donnert

Wenn es zu wild blitzt und donnert

Silvester: Die Innenstadt wird zur Partyzone. Aber besonders auf dem Hauptmarkt blitzt und donnert es oft zu wild. Junge Feuerwerker zielen mit ihren Raketen nicht nur in den Himmel, sondern auch auf Freunde und Passanten. Die Polizei kündigt scharfe Kontrollen an.

Das lautstarke Feiern des Jahreswechsels polarisiert. Ein Ausdruck von Optimismus und Lebensfreude für die einen, Ruhestörung und Sachbeschädigung für die anderen. Der Hauptmarkt, auf dem sich schon lange vor Mitternacht begeisterte Hobby-Feuerwerker versammeln, wird immer wieder zur Argumentationsbasis von Silvester-Gegnern. Ein Anwohner der Simeonstraße bringt es auf den Punkt: "Es geht hier viel zu wild zu, die Raketen fliegen den Leuten um die Ohren. Es ist ein Wunder, dass noch nichts wirklich Schlimmes passiert ist."

Grundsätzlich ist Feuerwerk im öffentlichen Raum absolut nicht verboten. Allerdings haben einige deutsche Städte Raketen und Böller aus ihren historischen Stadtkernen verbannt, um die alten Bauwerke zu schützen. Trier gehört nicht dazu. "Wir gehen nicht davon aus, dass der Porta Nigra oder dem Dom durch das Silvesterfeuerwerk Gefahr droht", sagt Stadt-Pressesprecher Ralf Frühauf. In der City darf geschossen werden - wenn die Schützen die Regeln beachten. Hier kommt die Polizei ins Spiel. "Wir sind auf diese Situation vorbereitet", betont Polizeisprecherin Monika Peters. "Die Schichten sind stark besetzt, Streifen werden in der Innenstadt Präsenz zeigen." Dabei gehe es allerdings nicht darum "jedem auf die Finger zu sehen". Die Polizei hat an Silvester zwei klare Prioritäten: Alkohol und Ab-18-Feuerwerk in den Händen von Kindern und Jugendlichen.

"Wir appellieren an Händler und an Eltern, genau darauf zu achten, mit welcher Ausrüstung der Nachwuchs in den Silvesterabend zieht", sagt Peters. "Nur für Erwachsene bestimmte Feuerwerkskörper sollten nicht in die Hände von Minderjährigen gelangen." Das sei ein Schwerpunkt der Kontrollen.

Polizei und Rathaus appellieren an Vernunft



Ein größeres Problem sei der Alkohol. "Auch hier appellieren wir zunächst an die Vernunft aller Beteiligten", betont die Polizeisprecherin. "Vor allem junge Leute, die zu einer Party aufbrechen, sollten den Rücktransport vorher geklärt haben." Spontane Heimfahrten am frühen Neujahrsmorgen nach dem Motto "So viel habe ich ja schließlich nicht getrunken" sollten absolut tabu sein. "Es ist wesentlich sicherer, vorher einen dann nüchtern bleibenden Fahrer zu bestimmen oder ein Taxi vorzubestellen." Alkoholeinfluss sei definitiv das Hauptproblem der Silvesternacht.

Auch die Stadt Trier "appelliert an die Sorgfaltspflicht aller Beteiligten", so formuliert es Ralf Frühauf. Die Berufsfeuerwehr hat ebenso wie die Polizei ihre Schicht verstärkt, auch die Freiwilligen Feuerwehren sind bereit.