Wenn essen krank macht

100 Besucher sind zu einem Workshop des Landesverbands der Angehörigen psychisch Kranker in Rheinland-Pfalz gekommen. Bei der Veranstaltung standen Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt.

Trier. "Ich wollte nicht sterben." Mit diesem Vorsatz und der Hilfe von Therapeuten und Ärzten hat ein damals 18-jähriger Patient seine Essstörung in den Griff bekommen. Mit 14 Jahren war der heutige Student der Innenarchitektur so stark magersüchtig, dass er nur noch 35 Kilo wog.
Verarbeitet hat er seine Krankheit unter anderem auch künstlerisch. Anhand seiner Zeichnungen und Gemälde schilderte der Patient seinen Krankheitsweg eindrücklich. "Der Höhepunkt meiner Krankheit war der Tiefpunkt meines Lebens", sagt der heute 23-Jährige. "Ich habe versäumt, zu leben und dafür sehr viel von meiner Jugend eingebüßt. Heute jedoch bin ich froh, dass ich über meine Krankheit gelernt habe, nicht nur Verantwortung für mich, sondern auch für Andere übernehmen zu können."
Der Film einer jungen Frau mit einer überwundenen Essstörung sowie die Schilderungen eines Elternpaares machten den Workshop "Is(s) was?! - Wenn Essen Leiden schafft" im Klinikum Mutterhaus zu einer Veranstaltung, die sowohl den Berufsgruppen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, aber auch betroffenen Eltern und Interessierten erfolgreiche Wege aus der Krankheit aufzeigte. Veranstaltet wurde er vom Landesverband der Angehörigen psychisch Kranker in Rheinland-Pfalz.
Im Anschluss an die persönlichen Schilderungen der Betroffenen referierte der Mainzer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut Arne Bürger über das komplexe Krankheitsbild und die möglichen Behandlungswege. In der abschließenden Podiumsdiskussion konnten individuelle Fragen der rund 100 Teilnehmer beantwortet werden. red
Weitere Informationen und Ansprechpartner findet man im Internet beim Landesverband
unter www.lapk-rlp.de