Wenn Jogger zu Lobbyisten werden

TRIER. Zum internationalen Tag des Waldes hat Gundolf Bartmann, Leiter des Forstamts Trier, appelliert, den Wald besser zu schützen und ihm eine größere Wertschätzung zukommen zu lassen. Gerade die illegale Müllentsorgung sei "ein großes Ärgernis".

Bartmann appelliert, sich über den Wald zu informieren. "Denn wer den Wald kennt, lernt ihn zu lieben und zu schützen." Der Besucher im Stadtwald sei keine Belastung für den Wald, sondern ein gern gesehener Gast. Denn er sei auch ein Lobbyist des Waldes. Überhaupt kann jeder Einzelne viel zum Schutz des Waldes beitragen. Wachsame Waldbesucher könnten helfen, die zunehmende illegale Entsorgung von Müll auf den kleinen Parkplätzen zu erschweren. "Diese Ablagerungen sind zum Teil sehr schlimm", sagt Bartmann. "Das bedarf der Aufmerksamkeit aller und einer unnachgiebigen Verfolgung." Aber auch in den trockenen Sommermonaten könnten aufmerksame Besucher die Waldbrandgefahr verringern.Weniger Holz gefällt als nachwächst

Das Forstamt Trier ist zuständig für rund 18 000 Hektar Wald in der Region Trier. Das Forstamt Trier und seine zwölf Forstreviere betreuen 35 überwiegend kommunale Forstbetriebe in der Region mit einem Holzvorrat von rund 3,5 Millionen Kubikmetern und einem Umsatz von drei Millionen Euro pro Jahr. Dank der waldorientierten Beschlüsse der Stadt- und Gemeinderäte werden pro Jahr 30 000 Kubikmeter Holz weniger gefällt als nachwächst. Der Wald leiste als CO2-Speicher einen bedeutenden Beitrag aktiver Verantwortung für kommende Generationen und zum Klimaschutz. Dies gelte im übrigen auch für alles verarbeitete und verbaute Holz in den vielfältigsten Verwendungen. "Das wird oft vergessen", sagt Bartmann. Dabei kommen auf den Wald zukünftig große Herausforderungen zu. Die zunehmenden Belastungen trockener und warmer Jahre sowie die anhaltende Schadstoffbelastung bereiten den 13 Förstern im Forstamt Sorge. So leiden zunehmend die Baumarten wie Fichten und Buchen, die Feuchte und Kühle lieben, unter den zunehmenen Hitze- und Dürreperioden. "Das kann man als Anzeichen eines Klimawandels ansehen", sagt Bartmann. Daher werde die Fichte nicht mehr in den Wäldern der Region angebaut. Auch die Schadstoffe in der Luft setzen dem Wald weiterhin zu. "Wir müssen aus Liebe zu unseren heimischen Wäldern alle Anstrengungen zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz aktiv mittragen und heute und nicht erst morgen mit unserer Umsetzung beginnen", fordert Bartmann. Der aktuelle Bericht der Welternährungsorganisation FAO stellt fest, dass die Waldfläche weltweit knapp vier Milliarden Hektar beträgt und diese Fläche seit 1990 um drei Prozent, mithin 120 Millionen Hektar, geschrumpft ist.

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