Wenn Mineralwasser teurer als Milch ist

Wenn Mineralwasser teurer als Milch ist

Seit einigen Monaten demonstrieren die Milchbauern für besser Preise auf dem Markt. Wie geht's es nun weiter? Um diese und mehr Fragen geht es bei einer Podiumsdiskussion der Aktion 3. Welt Saar am Mittwoch, 23. Juni, im Warsberger Hof in Trier.

Trier. (red) Die Situation mutet grotesk an: Mineralwasser ist teurer als Milch. Nicht zuletzt deshalb protestieren Milchbauern und -bäuerinnen in Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien und anderen europäischen Ländern für faire Milchpreise. Ihr Protest richtet sich gegen die Milchpolitik der EU und der BRD, die eine gezielte Überproduktion von rund fünf Prozent fördert, um den Milchpreis niedrig zu halten.

Während die Kosten die Bauern der Region und der sogenannten Dritten Welt tragen, wird ein Teil der überflüssigen Milch als Pulver billig verkauft. Dies zerstört dort einheimische Märkte und zwingt Bauern zur Aufgabe. Mögliche Alternativen sind die Bündelung der Milchmenge oder das Projekt "Faire Milch", das vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) unterstützt wird. Hier erhalten die Bauern kostendeckende 40 Cent pro Liter, statt rund 25 Cent wie bisher. Die "Faire Milch" wird regional und ohne Gentechnik produziert, und die Bauern verpflichten sich, auf Futtermittel aus der Dritten Welt zu verzichten. Um Lösungen wie diese zu diskutieren, lädt die Aktion 3. Welt Saar am Mittwoch, 23. Juni, um 20 Uhr zu einem Podiumsgespräch in Trier, Warsberger Hof, Dietrich Straße 42, ein. Im Podium vertreten: Kurt Kootz, Bundesverband deutscher Milchviehhalter, Landesverband Rheinland-Pfalz, Andrea Beste, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft sowie Roland Röder, Aktion 3. Welt Saar.