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Wenn sich der Milchfahrer nicht mehr auf den Hof traut: Bauernhof an der Kyll nach Unwetter nur noch schwer zu erreichen

Wenn sich der Milchfahrer nicht mehr auf den Hof traut: Bauernhof an der Kyll nach Unwetter nur noch schwer zu erreichen

Alle Wege führen nach Rom - und kein offizieller mehr nach Wellkyll. Das zu Welschbillig gehörende Gehöft an der Kyll (Kreis Trier-Saarburg) ist spätestens seit den Gewittern der vergangenen Tage nur noch eingeschränkt erreichbar.

Alle zwei Tage muss Thomas Maßem gegen Mitternacht noch einmal raus. Dann fährt der Landwirt von der Wellkyller Mühle nach Auwerbrück, damit der Tanklaster der Hochwald-Molkerei dort die Milch von der Mühle laden kann. Bis vor gut einer Woche kam der Milch-LKW auf den Hof. Thomas Maßem sagt: "Das ist dem Fahrer inzwischen zu gefährlich."Bäume haben keinen Halt mehr

 Nach Unwettern ist die einzige Verbindung zur Wellkyller Mühle nur eingeschränkt befahrbar. Offiziell ist die Strecke seit einigen Wochen gesperrt. TV-Fotos (2): Harald Jansen
Nach Unwettern ist die einzige Verbindung zur Wellkyller Mühle nur eingeschränkt befahrbar. Offiziell ist die Strecke seit einigen Wochen gesperrt. TV-Fotos (2): Harald Jansen Foto: (h_tl )

Zu gefährlich ist die rund 1,5 Kilometer lange Strecke zwischen der Landesstraße 2 an der Kyllbrücke bei Auw und dem imposanten Mühlengebäude gleich aus zwei Gründen: Die starken Regenfälle haben das Erdreich am steilen Hang oberhalb des zum Bauernhof führenden Wirtschaftswegs aufgeweicht. Zahlreiche Bäume haben keinen Halt mehr. Sie sind umgestürzt. Täglich ist Maßem deshalb damit beschäftigt gewesen, Baumstämme zu räumen, die die einzige halbwegs befahrbare Verbindung mit der Außenwelt blockiert haben.

Der Regen hat jedoch nicht nur den Bäumen zugesetzt. Vom Hang zur Kyll fließendes Wasser hat auf einigen Metern direkt neben dem Weg Erdreich weggespült. Unmittelbar neben der schmalen Fahrbahn klafft nun ein Loch. Die Hochwasser führende Kyll platscht nun erschreckend nahe an den Weg.

All das wäre nicht so das ganz große Problem, da ja zwei Wege nach Wellkyll führen. Doch auch die Verbindung in den Weiler Kyll an der Kyll ist gesperrt. Nach Auskunft von Landwirt Maßem schon seit zwei Jahren. "Dabei soll das so etwas wie ein Notweg für uns sein", sagt er. Der Grund für diese Sperrung: Ein Hang ist abgerutscht.

Zuständig für die Wegeunterhaltung ist in beiden Fällen die Ortsgemeinde Welschbillig.

Ortsbürgermeister Werner Olk weiß um die Problematik im Kylltal. Ein Treffen mit Vertretern der Kreisverwaltung Trier-Saarburg und der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in der kommenden Woche soll Klarheit über das weitere Vorgehen bringen. So lange will Olk jedoch nicht warten. Er hat veranlasst, dass zeitnah Steine in die Lücke in der Böschung am Wirtschaftsweg Richtung Auwerbrück gekippt werden, damit nicht noch mehr Erdreich abgetragen wird. "Wer die Rechnung zahlt, können wir dann immer noch klären", sagt er.

Das Treffen mit den Behördenvertretern hat nämlich vor allem einen Zweck: Es soll geklärt werden, wer mögliche Sicherungsmaßnahmen zahlen muss. Im Fall der Kyll wäre das der Landkreis Trier-Saarburg, im Fall der Flächen dies- und jenseits des Wirtschaftswegs die privaten Grundstücksbesitzer.

Thomas Maßem wäre natürlich froh, wenn die Zufahrt wieder so hergerichtet wird, dass sein Anwesen gefahrlos erreichbar ist. Doch so richtig will er nicht daran glauben. Bereits seit rund zwei Jahren versucht er bisher vergeblich, die Ortsgemeinde Welschbillig zu einer Verbesserung der Situation zu bewegen.

Nach Auffassung des Landwirts hätte es auch anders laufen können. Gerne wären er und andere Anwohner aus Auwerbrück Auwer geworden. "Wir waren schon immer nach Auw hin orientiert", sagt er. Der Weg nach Welschbillig sei einfach zu weit. Dies sei auch der Grund, warum die Kinder dort nicht in Kindergarten und Schule gehen, sondern in Gemeinden jenseits der Kreisgrenze. Den Wechselwunsch nach Auw im Eifelkreis Bitburg-Prüm war jedoch von Welschbilliger Seite aus abgelehnt worden. "Auw hätte uns genommen", sagt Maßem. Die hätten auch von den Problemen mit dem Wirtschaftsweg zur Wellkyller Mühle gewusst und seien bereit gewesen, etwas zu tun.

Einer der Gründe, die nach Meinung des Ortsbeirats Ittel gegen eine Gebietsveränderung sprachen, ist übrigens der von der Gemeinde Welschbillig genannte Verbindungsweg von Kyll zur Wellkyller Mühle. Jener Weg, der wenige Monate nach der Ablehnung aus Sicherheitsgründen gesperrt worden ist.