Wenn Wild zur Gefahr wird

Zu hohes Tempo, zu geringer Abstand zum Vordermann und grundsätzliche Fahrfehler beim Abbiegen und Wenden - das sind die Hauptunfallursachen in weiten Teilen der Verbandsgemeinden Schweich, Trier-Land und Ruwer. Die Zahl der Wildunfälle stieg um 22 Prozent.

Schweich. Es kracht im Schnitt vier Mal pro Tag: Die Unfallstatistik der Polizeiinspektion Schweich, die gestern präsentiert wurde, zeigt einen minimalen Anstieg der Unfallzahlen im Jahr 2015 und einen ebenfalls geringen Rückgang der Verletzten.
1142 Unfälle - zehn mehr als im Jahr davor - ereigneten sich in der Stadt und der Verbandsgemeinde Schweich sowie in Teilen der Verbandsgemeinden Trier-Land und Ruwer; die restlichen 351 im Bereich des Stadtgebietes Trier. Diese Sortierung basiert auf den Zuständigkeitsgrenzen der Polizeiinspektionen Schweich und Trier, die nicht deckungsgleich mit den Stadtgrenzen sind (siehe Extra).

Die Opfer
: Bei 150 Verkehrsunfällen blieb es nicht bei materiellen Schäden, hier wurden 212 Menschen verletzt. Das sind 22 weniger als im Vorjahr, ein Rückgang um 0,9 Prozent.
159 Unfallopfer wurden leicht, 51 schwer verletzt. Zwei Menschen kamen 2015 bei Verkehrsunfällen ums Leben.
Die getöteten Verkehrsteilnehmer waren beide Radfahrer. Diese Unfälle ereigneten sich außerhalb geschlossener Ortschaften. In einem Fall verursachte der Radfahrer selbst den Unfall, indem er die Vorfahrt missachtete. Ein anderes Mal war ein überholender Motorradfahrer der Verursacher des Unfalls.
Die Ursachen: Zu den Hauptunfallursachen zählt weiterhin die zu hohe Geschwindigkeit. In 113 Fällen war sie der maßgebliche Faktor, 80 dieser Fälle spielten sich außerhalb geschlossener Ortschaften ab. Weitere häufige Unfallursachen sind Vorfahrtsfehler (97) und ein zu geringer Sicherheitsabstand (332); dazu zählt oft auch der Seitenabstand zum Fahrbahnrand. Viele dieser Abstandsunfälle ereigneten sich auf Parkplätzen, wo beim Ein- und Ausparken nicht genug Abstand zum Parknachbarn eingehalten wurde. Hinzu kommen Unfälle durch Fehler beim Wenden oder Rückwärtsfahren (283).
Die Motorräder: Die Gesamtzahl der Unfälle ist im Vergleich zum Vorjahr minimal von 47 auf 48 angestiegen. Bei 31 Unfällen wurden 41 Verkehrsteilnehmer verletzt, davon 27 leicht und zwölf schwer.

Die Radfahrer: 29 Unfälle, im Vorjahr waren es 25, forderten 19 Leicht- und elf Schwerverletzte. Dazu kommen die beiden bereits erwähnten Todesfälle.

Der Rausch
: Unter der Einwirkung berauschender Mittel ereigneten sich 24 Unfälle. Fahrzeuge und Führerscheine wurden sichergestellt.
Das Wild: Die Zahl der Unfälle mit Rehen und Wildschweinen auf der Fahrbahn stieg um 22 Prozent auf 477 an. In vielen Fällen wurde das Wild vom Fahrzeug erfasst, manchmal wollte der Fahrer ausweichen und verursachte so eine Kollision. Es blieb hier bei Sachschäden, meldet die Polizei Schweich. Die Behörde verweist auf Untersuchungen, die eine Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern als Gefährdungsgrenze nennen. Bei Abblendlicht sei ein Tier auf etwa 45 bis 60 Meter erkennbar. Der Bremsweg auf trockener Fahrbahn betrage bei einem Tempo 70 ebenfalls 45 Meter.Extra

Die Polizeiinspektion Trier ist nicht für das gesamte Trierer Stadtgebiet zuständig. Die Stadtteile Biewer, Ehrang, Quint, Pfalzel, Eitelsbach und Ruwer fallen in das Ressort der Polizeiinspektion Schweich. Die Polizei Trier ist außerdem zuständig für die Ortsgemeinden Hockweiler, Franzenheim, Igel, Langsur, Ralingen und Trierweiler der Verbandsgemeinde Trier-Land sowie die Ortschaften Korlingen, Sommerau, Gutweiler, Gusterath, Pluwig und Ollmuth der Verbandsgemeinde Ruwer. Im Trierer Stadtgebiet hat die Polizei 2015 insgesamt 4300 Unfälle aufgenommen. Dabei wurden 636 Menschen verletzt, darunter auch 31 Kinder. Hauptunfallursache ist der zu geringe Sicherheitsabstand. Die Autobahnpolizei in Schweich nahm 2015 insgesamt 944 Unfälle auf, 215 mehr als 2015. 20 Menschen erlitten schwere und 148 leichte Verletzungen. Nach zwei Jahren ohne Unfalltote verloren 2015 zwei Menschen ihr Leben bei Unfällen auf der Autobahn. In 15 Fällen waren die Fahrer alkoholisiert, fünf Verkehrsteilnehmer standen unter Drogen. Bei diesen Unfällen wurden ein Mensch schwer und 10 leicht verletzt. Auffällig: Die Zahl der Wildunfälle stieg auch auf der Autobahn um fast 30 Prozent auf 206. jp