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Wer sich genau informiert, entscheidet richtig

Wer sich genau informiert, entscheidet richtig

Neun Tagesordnungspunkte haben die Mitglieder des Trierer Jugendparlaments zügig abgehandelt. Dabei machten sie die Erfahrung: Nicht immer ist es so ganz einfach, eindeutig Stellung zu beziehen oder Lösungen für komplexe Probleme zu finden.

Trier. Manchmal geht in der Politik alles sehr schnell. Am Dienstag, 19. April, versendet der Vorstand des Jugendparlamentes eine Pressemitteilung zur Egbert-Schule. Tenor: Die Schule soll am jetzigen Standort erhalten bleiben und neu gebaut werden. Am Mittwoch, 20. April, tagt der Schulträgerausschuss. Stadtratsmitglied Thorsten Kretzer (Grüne) bietet Alexander Feltes, dem Mitglied des Jugendparlamentes, an, über den Sachstand zu informieren. Was er am Freitag, 22. April, auch tut.
Auf den Tag eine Woche später berichtet Feltes im Jugendparlament: "Das Argument der Verschuldung der Stadt Trier ist einschlägig. Daher müssen wir uns überlegen, für was wir sind." Vorsitzender Jonas von der Groeben ergänzt: "Herr Kretzer hat uns erklärt, dass nach einer Sanierung, die Schule so gut wie neu ist. Daher würde ich mich auch für eine Sanierung aussprechen."
Marco Berweiler, Vorstandsmitglied der FWG, Andreas Schleimer, jugendpolitischer Sprecher der SPD, und Philipp Bett, jugendpolitischer Sprecher der CDU, spitzen bei dem Thema die Ohren und erhalten Sprechzeit, in der sie kurz die Positionen ihrer Parteien umreißen und den Jugendlichen weitere Gespräche anbieten. Diesen Vorschlag nimmt Jonas von der Groeben an und will beim Gesamtgruppentreffen am 20. Mai alle Ratsfraktionen einladen, um das Thema weiter zu vertiefen.
Mitstreiter gesucht


Engagierte Mitstreiter braucht auch Bettina Mann, Projektkoordinatorin Jugendgerechte Kommune. Trier ist eine von 16 sogennannten Referenzkommunen aus ganz Deutschland, die für dieses Projekt ausgesucht wurde.
Das hehre Ziel: Trier jugendgerechter zu machen. Deswegen gibt es eine Strategiegruppe, die Pläne schmiedet, und Verbündete, etwa Mitarbeiter der Stadtverwaltung, sucht. "Schon im Sommer müssen wir Ziele festgelegt haben, was wir in den nächsten zwei Jahren umsetzen wollen", sagt Mann. Eine erste Zwischenbilanz ist im Rahmen des 16. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetags 2017 in Düsseldorf geplant.
Auch für jugendliche Flüchtlinge wollen sich die Jungen und Mädchen verstärkt einsetzen. Und so planen sie im Sommer einen weiteren Workshop mit ihnen. Übrigens: Ein offenes Ohr hat das Jupa für alle Jugendlichen. Daher bieten die Jungen und Mädchen ab 13. Mai jeden Freitag eine Sprechstunde in ihrer Geschäftsstelle an.
Nähere Informationen:
E-Mail: geschaeftsstelle@trierer-jugendparlament.de , Telefon: 0651/99375831.
Extra

Limo zur Stärkung: Die Jugendlichen machen sich bereit. Im Hintergrund: Politiker aus dem Stadtrat. Foto: (h_st )

Die Egbert-Grundschule ist seit zweieinhalb Jahren geschlossen. In der Mensa und zwei Nebenräumen wurde Schimmel entdeckt. Der kann krank machen. Deswegen werden die Kinder seit Ende Oktober 2013 in der Kürenzer Schule unterrichtet. Seitdem streiten sich die Parteien darum, was passieren soll. 2,7 Millionen Euro würde eine Sanierung kosten, ein Neubau viel mehr. Grüne und CDU sind für eine Sanierung. SPD, FWG und FDP dagegen (der TV berichtete). Sie schlagen vor, die Kinder auf Nachbarschulen zu verteilen. Eltern fordern, die Schule zu erhalten. vk