Wer wird neue Mosel-Queen? Drei junge Damen bewerben sich um die silberne Krone des Anbaugebiets

Wer wird neue Mosel-Queen? Drei junge Damen bewerben sich um die silberne Krone des Anbaugebiets

Der Countdown läuft: Wer wird heute in Trier zur neuen Moselweinkönigin gekrönt? Drei junge Damen bewerben sich: Lisa Schmitt aus Leiwen, Sarah Schmitt aus Konz-Filzen und Anna-Maria Dehen aus Müden (Kreis Cochem-Zell).

Trier. Vor gut einem Jahr war es Lena Endesfelder aus Mehring, die sich gegen vier Mitbewerberinnen durchsetzte und zur Weinkönigin des Anbaugebiets Mosel gewählt wurde (der TV berichtete).
Am heutigen Freitag wollen es ihr drei junge Damen gleichtun: die amtierende Saar-Obermosel-Weinkönigin Sarah Schmitt (20), die Weinprinzessin der Römischen Weinstraße, Lisa Schmitt (21) aus Leiwen und die 23-jährige Anna-Maria Dehen, Winzertochter aus dem Örtchen Müden (Kreis Cochem-Zell).Rede aus dem Stegreif

Der heutige Wahltag ist zweigeteilt. Zunächst stellen sich die drei Kandidatinnen am Nachmittag den Fachfragen einer Jury aus Wein- und Tourismusfachleuten sowie Medienvertretern. Um 19.30 Uhr startet in der Trierer Europahalle ein Bühnenprogramm vor Publikum. Unter anderem müssen die Kandidatinnen eine Rede aus dem Stegreif halten - mit vorgegebenen Wörtern als Gerüst. Bei dieser Aufgabe hatte Lena Endesfelder, die sich Ende September in Mainz um das Amt der Deutschen Weinkönigin bewirbt, im vergangenen Jahr grandios gepunktet: Die von Lena ad hoc ersonnene Story um Wolfgang Schäuble, Ouzo und Elbling entfachte Jubelstürme beim Publikum.Interview

Im Interview mit dem Trierischen Volksfreund geben die drei aktuellen Anwärterinnen Lisa, Sarah und Anna-Maria einen Einblick in ihre Gemütslage. Sie verraten unter anderem, was sie als Erstes tun, falls sie die Wahl gewinnen sollten.

Schon Lampenfieber oder noch ganz relaxed?

Lisa Schmitt: Natürlich ist schon eine gewisse Aufregung vorhanden. Aber sobald das Programm begonnen hat, legt sich das Lampenfieber, und man freut sich auf diesen aufregenden Tag.
Anna-Maria Dehnen: Langsam entspanne ich mich bezüglich der Vorbereitungen wieder. Jedoch ist die Aufregung für Freitag jeden Tag gewachsen.
Sarah Schmitt: Ein wenig aufgeregt bin ich schon, aber das muss auch so sein. In den letzten Tagen hatte ich jedoch so viele Termine, dass ich die Aufregung schon fast vergessen habe.

Wie haben Sie sich vorbereitet? Noch mal Weine blind verkostet oder Fachbücher gewälzt?

Lisa Schmitt: Durch mein Studium in Geisenheim habe ich ja schon viel zum Thema Wein gelernt. Daten und Fakten rund um das Anbaugebiet habe ich schon noch gelernt.
Anna-Maria Dehnen: Ich habe Infomaterial durchstöbert, Weinproben gehalten, Tipps und Tricks von ehemaligen Weinmajestäten aufgesogen und Blindverkostungen gemacht.
Sarah Schmitt: Ich habe mit befreundeten Winzern einige Weine blind verkostet und besprochen und mit meinem Freund und Opa die wichtigsten fachlichen Fragen wiederholt.

Was geht einem durch den Kopf, wenn man weiß, dass man vor viel Publikum und Medienvertretern auftritt?

Lisa Schmitt: Durch meine vorherigen Ämter als Weinprinzessin und Weinkönigin habe ich mich an das Auftreten und Sprechen vor vielen Menschen gewöhnt. Wichtig ist, dass man keine Angst vor der Anzahl der Personen hat.
Anna-Maria Dehnen: Eigentlich denkt man nicht darüber nach. Die Aufregung diesbezüglich kommt noch früh genug.
Sarah Schmitt: So einiges, auch wenn ich im letzten Jahr schon Erfahrung vor größerem Publikum sammeln durfte. Ich versuche einfach, ich selbst zu sein, denn so haben mich viele der Anwesenden kennengelernt, und Kritik gab es nie.

Kleider- und Frisurfrage schon geklärt?

Lisa Schmitt: Das Kleid ist fertig, der Termin beim Friseur steht, also kann nichts mehr schiefgehen.
Anna-Maria Dehnen: Das Kleid hängt seit Sonntag fertig im Schrank und wartet auf seinen Auftritt. Die Frisur wurde im Laufe der Woche entschieden.
Sarah Schmitt: Die Kleiderfrage konnte ich schon länger klären. Bei meinen Haaren entscheide ich spontan am Freitag.

Wie werden Sie von Freunden und Bekannten aus Ihrem Ort unterstützt?

Lisa Schmitt: Mein Heimatort Leiwen steht für einen starken Zusammenhalt der Ortsgemeinschaft, geprägt durch das Vereinsleben. Seit meiner Kindheit bin ich in den Ortsvereinen aktiv und kann jetzt auf große Unterstützung zählen.
Anna-Maria Dehnen: Sie versuchen mich zu beruhigen und reden mir gut zu. Es drücken mir in jedem Falle alle die Daumen.
Sarah Schmitt: Es kommen viele aus meinem Heimatort mit und haben mich auch in der Vorbereitung tatkräftig unterstützt. Für den Wahlabend haben sie auch einiges vorbereitet, davon muss ich mich aber wohl überraschen lassen.

Was machen Sie als Erstes, wenn Sie die Wahl gewonnen haben?

Lisa Schmitt: Ich öffne eine Flasche Moselsekt.
Anna-Maria Dehnen: Die ganze Nacht durchfeiern.
Sarah Schmitt: Ich werde wohle einige Tage brauchen, das zu realisieren.

Auf was freuen Sie sich am meisten in Ihrer Amtszeit?

Lisa Schmitt: Ich freue mich auf interessante Persönlichkeiten und grandiose Auftritte.
Anna-Maria Dehnen: Auf die vielen neuen Eindrücke und Menschen, das Reisen und alles Neue.
Sarah Schmitt: Ich freue mich mit Lisa und Anna, die Weine von Mosel-Saar-Ruwer weltweit zu repräsentieren.

Was und wo arbeiten Sie?

Lisa Schmitt: Ich studiere Weinbau und Oenologie in Geisenheim.
Anna-Maria Dehnen: Bachelor-Studium für Oenologie und Weinbau in Geisenheim.
Sarah Schmitt: Ich studiere Lebensmitteltechnik an der Hochschule in Trier.

Zuletzt: Was sind Ihre Hobbys?

Lisa Schmitt: Ich bin Vorsitzende der Winzertanzgruppe Leiwen, außerdem Mitglied bei den Leiwener Jungwinzern und in der Winzerkapelle Harmonie Leiwen.
Anna-Maria Dehnen: Backen, kochen, für Landjugend Mayen-Koblenz und Cochem-Zell engagieren, Traktor fahren, Freunde und Kollegen treffen, tanzen. alf
Ein wenig aufgeregt bin ich schon, aber das muss auch so sein. In den letzten Tagen hatte ich jedoch so viele Termine, dass ich die Aufregung schon fast vergessen habe.
Sarah Schmitt: Freunde treffen, meine Familie und mein Hund Jamie. Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich in der Jugend- und Seniorenarbeit. Anbaugebiet Mosel

Anna-Maria Dehen. Foto: (h_tl )
Sarah Schmitt. Foto: (h_tl )

Das Anbaugebiet Mosel ist das fünftgrößte der 13 deutschen Qualitätsweinanbaugebiete. Es ist geprägt vom Weißwein (90,5 Prozent). Weitere Daten und Fakten:Rebfläche: 8814 HektarBetriebe: etwa 3660 (2015)Durchschnittliche Betriebsgröße: 2,4 Hektar (Tendenz: Zahl der kleinen Betriebe geht zurück, die Zahl der Betriebe mit mehr als fünf Hektar Fläche nimmt zu)Produktion: 795 000 Hektoliter Wein (im Jahr 2015)Rebsorten: 61,1 Prozent Riesling, zwölf Prozent Müller-Thurgau, 5,9 Prozent Elbling, 4,4 Prozent Blauer Spätburgunder, 3,6 Prozent Weißer Burgunder, 3,5 Prozent Dornfelder, 2,9 Prozent Kerner.Vermarktung: 70 bis 75 Prozent der Produktion gehen ins Inland, davon 46,5 an den Lebensmitteleinzelhandel, der Rest ist Direktvermarktung ab Hof oder Versand sowie Fachhandel/Gastronomie. alf

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