Wer wird neuer Weinbaupräsident?

Wer wird neuer Weinbaupräsident?

Ende Mai geht eine Ära zu Ende. Dann wählt der Weinbauverband Mosel in Koblenz einen neuen Präsidenten. Adolf Schmitt aus Konz-Filzen hat dieses Amt seit 25 Jahren inne. Zurzeit gibt es zwei Bewerber, die die Nachfolge von Schmitt antreten wollen: Rolf Haxel aus Cochem und Walter Clüsserath aus Pölich.

Bernkastel-Kues/Trier/Cochem. Kein anderer stand als Weinbaupräsident so lange den Moselwinzern vor wie Adolf Schmitt. 1984 wählten ihn die Delegierten in dieses Amt. Ende Mai, der genaue Termin steht noch nicht fest, wird es einen Wechsel an der Spitze des Weinbauverbandes Mosel geben. Adolf Schmitt (66) tritt bei der Wahl in Koblenz nicht mehr an, er wird dann zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Laut Satzung wäre eine erneute Kandidatur auch nicht möglich gewesen, denn diese sieht vor, dass über 65-Jährige nicht gewählt werden können.

Wer wird sein Nachfolger? Fest steht bislang, dass sich zwei Kandidaten für das Amt bewerben wollen: Rolf Haxel aus Cochem (Kreiswinzerverband Cochem-Zell) und Walter Clüsserath aus Pölich (Kreiswinzerverband Trier-Saarburg). Beide werden mit allergrößter Wahrscheinlichkeit von ihren Kreiswinzerverbänden vorgeschlagen.

Rolf Haxel (56) bewirtschaftet in Cochem einen knapp vier Hektar großen selbstvermarktenden Weinbaubetrieb. Er ist seit vier Jahren Vizepräsident des Weinbauverbandes Mosel und seit acht Jahren Kreiswinzervorsitzender von Cochem-Zell. Walter Clüsserath (48) bewirtschaftet in Pölich einen 8,5 Hektar großen Betrieb. Er vermarktet seine Weine und Trauben zum größten Teil auf Vertragsbasis als Fassware an Kellereien.

Nach Informationen des TV wird sich aus Bernkastel-Wittlich, dem größten Kreiswinzerverband innerhalb der Mosel, kein Kandidat als Weinbaupräsident bewerben. Allerdings streben zwei Winzer das Amt des Vizepräsidenten an: der bisherige Vizepräsident Ernst-Josef Kees (55) aus Graach und Rudolf Kiesgen (50) aus Lieser. Der Kreiswinzerverband Bernkastel-Wittlich wird Ende April über diese Personalie entscheiden.

Hubertus Klein aus Kröv, Kreiswinzervorsitzender von Bernkastel-Wittlich, stellt gegenüber dem TV klar: "Wir werden in die Vizepräsidentenwahl nur mit einem Kandidaten gehen."

Ungeschriebenes Gesetz im Weinbauverband ist, dass der Kreisverband aus dem der Präsident kommt, keinen der beiden Vizepräsidenten stellt.

Erster Präsident des nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeten Weinbauverbands Mosel-Saar-Ruwer war Werner Tyrell aus Trier-Eitelsbach, der auch von 1964 bis 1980 dem Deutschen Weinbauverband als Präsident vorstand. Nachfolger von Tyrell als Mosel-Weinbaupräsident wurde Max-Günther Piedmont aus Konz-Filzen, ihm folgte von 1980 bis 1984 Günther Schartz.

Adolf Schmitt will sich nicht ganz aus der Verbandspolitik verabschieden. Er ist Vorsitzender der Gebietsweinwerbung Moselwein e.V. Am 23. April wählen die Mitglieder in Bernkastel-Kues turnusgemäß für drei Jahre ihren Vorsitzenden. Schmitt will erneut kandidieren.

Meinung

Viele Winzer, viele Interessen

Wer wird die Moselwinzer in den kommenden Jahren führen? Einer aus dem Kreis Cochem-Zell, aus Trier-Saarburg oder vielleicht doch einer aus Bernkastel-Wittlich? Ein selbstvermarktender Winzer oder ein Fassweinerzeuger? Diese Fragen sind wichtig, denn noch immer bilden die Moselwinzer keine Einheit. Renommierte Weingüter haben andere Interessen als Trauben-, Most- und Weinerzeuger, die ihre Ernte an Kellereien oder an die Winzergenossenschaft vermarkten. Zwar ist die Rivalität zwischen Mittelmosel/Untermosel und Obermosel nicht mehr so ausgeprägt wie noch vor 15 oder 20 Jahren. Doch der "Neue" wird sich weiter bemühen müssen, alle unter einen Hut zu bekommen. Dem beharrlichen und ausgleichenden Adolf Schmitt ist dies teilweise gelungen, doch es bleibt noch viel zu tun, damit alle Moselwinzer eine übereinstimmende Interessengemeinschaft bilden. w.simon@volksfreund.de