Werner Schulz zurückgetreten

Aus "bekannten gesundheitlichen Gründen" ist Werner Schulz am Montag offiziell von seinem Amt als Ortsvorsteher von Trier-Süd zurückgetreten. Innerhalb von drei Monaten muss in Triers zweitgrößtem Stadtteil - bezogen auf die Einwohnerzahl - die Neuwahl stattfinden.

Trier. "Der Rücktritt ist mir angesichts meiner jahrzehntelangen Verbundenheit mit dem Stadtteil und seinen Bewohnern sehr schwer gefallen", schrieb Schulz gestern in seiner offiziellen Erklärung. In 18 Jahren als Ortsvorsteher von Trier-Süd hat er sich viele Sympathien erworben. "Er hat immer zur Zufriedenheit der Menschen gearbeitet", betonte die Trierer SPD-Vorsitzende Malu Dreyer im TV-Gespräch. Trotzdem sei man am Sonntagabend in einem gemeinsamen Gespräch zu dem Ergebnis gekommen, dass der Rücktritt notwendig sei. Schulz war vorige Woche zu einer dreimonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er unter Alkoholeinfluss einen Polizisten als "Nazi" und "Stasi-Bullen" beschimpft hatte. Zehn Monate zuvor hatte das Gericht ihn zu vier Monaten auf Bewährung verurteilt, weil er zum wiederholten Mal betrunken Auto gefahren war und dabei eine Frau angefahren hatte. "Aus gesundheitlichen Gründen", lege er sein Amt nieder, schreibt Schulz, und: "Es tut mir leid, dass ich nicht bis zum Ende der Legislaturperiode die Interessen der Bürger vertreten kann."Nach Auskunft des Rathauses muss in Trier-Süd binnen drei Monaten ein neuer Ortsvorsteher gewählt werden. "Wir haben mehrere potenzielle Bewerber", sagt Dreyer. "Ende nächster Woche werden wir unseren Kandidaten nominieren."Bei der CDU scheint diese Frage so gut wie geklärt: "Ich werde gerne antreten und das mit der Partei besprechen", sagte Gilbert Felten. Der 71-Jährige sitzt seit mehr als 25 Jahren im Ortsbeirat von Trier-Süd und unterlag bei der letzten Kommunalwahl Schulz nur knapp. "Trier-Süd braucht schnell einen neuen Ortsvorsteher, besonders, damit die Jubilare wieder regelmäßig ihre Besuche und Präsente erhalten", sagte Felten.Die UBM will laut Vorsitzendem Hermann Kleber keinen Kandidaten stellen, weil das nicht den Verhältnissen im Beirat entspreche, in dem die UBM einen Sitz hat. Die Grünen würden definitiv einen Kandidaten stellen, erklärte Aaron Braun, der als stellvertretender Ortsvorsteher gestern das Amt von Schulz übernommen hat. Er werde sich um die Kandidatur bewerben, sagte Braun. "Aber entscheiden muss das die Parteibasis."