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Wetter gut, alles gut: Zufriedene Besucher und Winzer in Olewig

Wetter gut, alles gut: Zufriedene Besucher und Winzer in Olewig

Am Anfang goss es wie aus Kübeln, doch seither herrscht eitel Sonnenschein, und das Publikum strömt. Mehr als 25 000 Menschen haben das 68. Trierer Weinfest an den ersten drei Veranstaltungstagen besucht. Bis heute Abend wird in Olewig gefeiert.

Trier-Olewig. Unverhofft kommt oft. Eigentlich wollten Gerd und Karin Krams in Trier nur die Altstadt besichtigen und am nächsten Tag moselabwärts weiterradeln. Doch von der Altstadt bekommt das Ehepaar aus Dresden an seinem ersten Trier-Tag nicht allzu viel zu sehen, stattdessen um so mehr vom zwei Kilometer entfernten Stadtteil Olewig: "Wir haben gehört, dass Weinfest ist. Und da sind wir natürlich hin", sagt Gerd Krams (63). Und weil's so "schön ist, der Wein lecker schmeckt und die Leute hier ausgesprochen nett sind", werden die Krams auf ihrer Radtour von Saarburg nach Koblenz ab der nächsten Etappe umdisponieren. Denn der Trier-Aufenthalt wird verlängert.
Erst Ninorta, dann Porta. Ninorta I., mit Familiennamen Bahno, ist Triers 68. Weinkönigin und der Star des Fests. Hier Autogramme schreiben, dort für Erinnerungsfotos posen, mit den Gästen aus Olewigs Partnerstadt Barr/Elsaß und Schirmherr Norbert Friedrich (Volksbank-Vorstand) über die Festmeile ziehen und viele, viele Gespräche führen. Ja, das sei etwas stressig, aber auch ungemein aufregend, sagt die 26-Jährige, die vor knapp vier Jahren aus Syrien nach Trier gekommen ist. Jetzt fungiert sie quasi in Doppelfunktion: Repräsentantin von Wein und Winzern, aber auch Symbolfigur gelungener Integration und Integrationsfähigkeit.
Peter Terges (63), Vorsitzender des Vereins der Trier-Olewiger Winzer, der das Weinfest ausrichtet und die Königin auswählt, sieht die "schlimmen Befürchtungen", die ihm gekommen seien, nicht bestätigt. "Gottseidank! Ninorta wird nicht dumm angemacht und hält dem um sie entstandenen Rummel und dem Druck tapfer stand."
Insofern sei "alles gut" beim Weinfest. Auch wenn es mit Schreckmomenten begonnen hat. Ausgerechnet zum Auftakt am Freitagabend goss es eine Stunde lang wie aus Kübeln. Seit sich die dunklen Wolken verzogen haben, herrscht eitel Sonnenschein. Rund 25 000 Besucher waren laut Terges an den ersten drei Tagen auf der Festmeile zwischen Blesius Garten und Klostergarten. Das sei zwar "ein gutes Stück entfernt von Rekordjahren", dafür klingelt es rekordverdächtig in den Kassen der Winzer und der gut 40 anderen Betreiber von Essens- und Getränkeständen. Das Publikum sei "sehr konsumfreudig, es gönnt sich mehr als sonst".
Erfolgserlebnis auch für Michael Hammes: Er gewann zum wiederholten Mal im Fassrollen das Einzel. Die weiteren Platzierten: 2. Peter Terges, 3. Peter Michels (Volksbank). Gruppenwertung: 1. Team Reuter, 2. Feuerwehr, 3. Kraftbräu Team.
Zufrieden mit dem bisherigen Festverlauf ist die Polizei. Es seien lediglich kleinere Einsätze wegen aufkeimender Streitigkeiten nötig gewesen. Gegen sieben alkoholisierte und aggressive Festbesucher wurden Platzverweise für die Festmeile ausgesprochen. Zudem gab es eine Anzeige wegen Körperverletzung. Ein elfjähriger Junge aus Nordrhein-Westfalen, der im Getümmel verloren gegangen war, konnte wohlbehalten in elterliche Obhut zurückgebracht werden.
Auch in Verkehrsangelegenheiten war die Polizei gefragt: Mit zu viel Alkohol im Blut kam ein 24-jähriger Trierer mit seinem Auto von der Rieslingweinstraße (L 143) nach rechts ab und prallte gegen einen geparkten Wagen. Bilanz: 6000 Euro Sachschaden, Blutprobe, Führerschein einbehalten. Einem anderen Mann wurde zur Verhinderung einer Trunkenheitsfahrt der Autoschlüssel abgenommen. rm.