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Weyrichsbruch bei Osburg wird renaturiert​

Renaturierung : Weyrichsbruch bei Osburg wird renaturiert

An dem Quellmoor startet diesen Monat das Aktion-Grün-Projekt „Moorschutz im Weyrichsbruch“ in der Trägerschaft der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz mit entsprechenden Arbeiten.

Das etwa sieben Hektar große Weyrichsbruch ist ein Quellmoor und liegt am Rösterkopf im Osburger Hochwald nördlich von Kell am See, bekannt durch den Knüppeldamm, der unter anderem in den Saar-Hunsrücksteig eingebunden ist.

Die Entstehung der Quell- und Hangmoore, im Hunsrück Brücher genannt, begann vor circa 3000 Jahren. Noch bis in das 18. Jahrhundert waren die Quarzitrücken des Hunsrücks von einer Vielzahl von Quell- oder Hangmooren umgeben. Zu Zeiten der Holznot begann man, diese Flächen zu entwässern, um eine bessere forstwirtschaftliche Nutzung dieser Kleinmoore zu erreichen. Erstmals wurden in den 1850er-Jahren umfangreiche Grabensysteme angelegt und die Moore meist mit Nadelholz aufgeforstet. In den 1930er-Jahren wurde das Grabensystem meistens erweitert und unterhalten. Diese Entwässerungsstrukturen funktionieren noch heute und leiten das Wasser auf direktem Wege aus der Fläche in Bäche und Flüsse ab.

Die Absenkung des oberflächennahen Wasserspiegels führt zum Abbau des Torfkörpers und damit zur Freisetzung von CO2. Neben der herausragenden Bedeutung als Lebensräume für seltene spezialisierte Pflanzen- und Tierarten (zum Beispiel Wollgras, Siebenstern und Moorbirken beziehungsweise bestimmte Libellenarten) können Moore zur Speicherung von CO2 oder sogar zur Anreicherung mit CO2 sowie zum Wasserrückhalt im Wald beitragen.

Um einen verzögerten Wasserabfluss zu erreichen und gleichzeitig den Wasserspiegel im Bruchgelände anzuheben sind Wiedervernässungsmaßnahmen erforderlich.

Das Aktion-Grün-Projekt „Moorschutz im Weyrichsbruch“ in der Trägerschaft der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) startet noch im Juni mit der Umsetzung. In Zusammenarbeit mit dem Verein Bergwaldprojekt wird begonnen, die Entwässerungsgräben zu verfüllen und mit Spundwänden aus Douglasie zu verschließen, damit sich das Wasser wieder anstauen und im Torf ausbreiten kann. Etwa 40 freiwillige Teilnehmer werden zwei Wochen lang tätig sein und das Ökosystem Hangquellmoor besser kennenlernen.

Der Schutz und die Entwicklung von Moorstandorten ist im Koalitionsvertrag der Landesregierung verankert. Das Aktion-Grün-Projekt „Moorschutz im Weyrichsbruch“ läuft bis Ende 2024 und wird mit einer Fördersumme von rund 325.000 Euro durch das Land unterstützt. Die SNU trägt einen Eigenanteil von 20 Prozent.

Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts. Zum vielfältigen Projektspektrum zählen neben der Pflege und Entwicklung von Naturschutzflächen und dem Schutz besonders bedrohter Tierarten ebenso die Ausstattung von Umweltbildungszentren, Lehrpfaden, Wanderausstellungen oder Publikationen. Die Stiftung fördert Projekte, die dem Erhalt und der Entwicklung von Natur und Umwelt dienen und ist auch operativ tätig.

Vorsitzende des Vorstandes ist Klimaschutzministerin Katrin Eder.