Widerstand bis zum Schluss

Die Geschichte des entschiedenen Widerstandskämpfers Mathias Thesen gegen das NS-Regime ist nun aufgearbeitet worden. Eine Ausstellung in der Volkshochschule (VHS) erinnert ebenso an ihn wie die gleichnamige Dokumentation "Meinen Mund schließt nur der Tod" von Manfred Tietz.

Trier. (cofi) Der Ehranger Widerstandskämpfer und 1944 im KZ Sachsenhausen ermordete Mathias Thesen steht nicht nur Pate für die Opfer des Nationalsozialismus, sondern auch für ein dunkles Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte. Denn wegen seiner kommunistischen Gesinnung wurde die Erinnerung an ihn dem Vergessen anheim gegeben. Nur in Russland und der DDR sei Thesen geehrt worden, aber auch instrumentalisiert, erklärt Manfred Tietz, Autor der Dokumentation "Meinen Mund schließt nur der Tod". Niemand werde als Kommunist geboren, und Thesen habe den demokratisch-gewerkschaflichen Aufbau als Betriebsrats-Vorsitzender der Haniel-Rheinwerft nach Duisburg getragen, sagt Tietz. Vor allem aber hat Thesen seit seiner Verhaftung 1933 elf Jahre lang den Widerstand hinter Gittern organisiert."Die Ausstellung soll ein Zeichen setzen. Sie soll erinnern, mahnen, auffordern, aktiv zu werden und sich gegen die immer stärker werdende rechte Szene zu stellen", sagt Horst Lorig, Vorsitzender der Gemeinschaft Ehranger Ortsvereine, die die Gedenkausstellung initiiert hat. Als Schirmherrin zeigt sich Malu Dreyer, rheinland-pfälzische Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen, berührt von der Lebensgeschichte Thesens und seinem Kampf bis zum Tod. Das sei ein Beispiel, an dem sich jeder orientieren sollte. Es käme darauf an, Zivilcourage zu zeigen und "null Toleranz für rechtsextremes Gedankengut" zu demonstrieren.Die Ausstellung ist bis zum 21. November im Atrium der VHS am Domfreihof zu sehen.