Wie am Anfang: Missa in G

DETZEM. Schon seit 273 Jahren ist in der Pfarrei Detzem ein Kirchenchor durch Quellen belegt. Dennoch feierte der Chor "Cäcilia" in diesem Jahr ein Jubiläum: Seit 50 Jahren singen nicht nur Männer, sondern auch Frauen zur Ehre Gottes.

Das Jahr 1956 war ein einschneidendes Jahr für den Detzemer Kirchenchor. Zum 1. April trat der neue Volksschullehrer Josef Hilgers seinen Dienst in Detzem an und wurde gleichzeitig zum Organisten und Chorleiter ernannt. Vielleicht mögen es einige der Dorfältesten für einen Aprilscherz gehalten haben, doch der junge Chorleiter aus Kenn plante von Anfang an eine entscheidende Änderung: Fortan sollte der reine Männerchor auch Frauen in seine Reihen aufnehmen. Schnell gewann Hilgers viele begeisterte junge Frauen für sein Vorhaben, mit denen er im Herbst 1956 mit den ersten Proben begann. Durch die Erweiterung des Chores auf vier Stimmen erweiterte sich das Repertoire gewaltig. Die erste Messe sang der neue Chor zur Kirmes im Januar 1957. Es war die "Missa in G" von Giovanni Battista Casali, und spätestens da waren alle Kritiker überzeugt, dass die Erweiterung des Chores ein großer Gewinn war.Festakt im Bürgerhaus

Auch zum 50-jährigen Bestehen des gemischten Chores wurde in einer feierlichen Messe die "Missa in G" gesungen. Es war ein Abend der Kontinuität: Sechs der Frauen aus dem Gründungsjahr sangen auch diesmal die Messe mit Leidenschaft. Beim anschließenden Festakt im Bürgerhaus hob der Vorsitzende Josef Morbach, der den Verein seit 1983 führt, eine weitere Besonderheit hervor: "Der Gründer des gemischten Chores, der erste Dirigent und der heutige Dirigent sind die gleiche Person. Lieber Herr Hilgers, Ihnen gebührt unser aller Dank." Für die Dirigententätigkeit wurde Josef Hilgers vom Präses des Chores, Pastor Jürgen Fuhrmann, mit einer Urkunde und einem Präsentkorb geehrt. Zudem wurden für ihre 50-jährige Mitgliedschaft Herta Dany, Elfriede Hilgers, Helene Scholtes, Hildegard Steffes und Josef Loewen geehrt. Martin Lorscheider erhielt eine Urkunde für 55, Margret Lorscheider für 57 Jahre aktives Singen. Für 40 Jahre wurde Mechthild Nummer, für 26 Jahre Marga Ferber und für elf Jahre Kurt Nummer geehrt. Präses Fuhrmann würdigte die Verdienste des Chores, der für die Pfarrei ein "ganz besonderer Schatz" sei. Ortsbürgermeister Albin Merten hob hervor, dass der Chor eine Bereicherung des kulturellen Lebens nicht nur der Pfarrei, sondern auch des ganzen Dorfes sei. Er erinnerte an die erste Erwähnung des Chores im Jahr 1733. Dass die Geselligkeit auch schon damals groß geschrieben wurde, beweist eine Urkunde aus dem Jahr 1754: Damals erhielten die "Korsaenkeren" (Chorsänger) von der Gemeinde "zu verzehren auf maximins dag dudt 1 Reichstaler, 30 Albus", also einen Taler zum Verzehr, mit dem am St. Maximinstag eine Feier bezahlt werden konnte. Auch der heutige Ortsbürgermeister brachte einen Scheck mit. Auch dieser war ein Zeichen der Kontinuität.