Wie die Fasanenfeder an der Narrenkappe

Wie die Fasanenfeder an der Narrenkappe

"Wehe, wenn sie einmal losgelassen...", kommentiert das starke Geschlecht gerne - süffisant und überlegen dreinschauend - feiernde Möhnen. "Nix ist schlimmer als betrunkene Frauengruppen", ist ebenfalls ein beliebter Spruch der Männerwelt.

Dabei sind es nicht die Frauen, die jährlich an Weiberdonnerstag für Großalarm bei der Polizei sorgen. Nach mehreren ernsthaft Verletzten im vergangenen Jahr hat die Polizei in diesem Jahr auf massive Präsenz gesetzt - und war damit erfolgreich. Zu den Festnahmen, die die Bilanz nicht ganz so schön aussehen lassen, wäre es in einer weniger virulenten Situation wahrscheinlich gar nicht gekommen. Denn bereits bei Rangeleien, aus denen "gerötete Wangen" hervorgingen, wurde entschlossen und vorbeugend eingegriffen. Etwas anderes bleibt der Polizei an Karneval auch gar nicht übrig: Denn entfesselnder Alkohol gehört offenbar für viele zum Straßenkarneval dazu wie die Fasanenfeder an die Narrenkappe. Das war schon früher so, und das wird - aller Moral-Hinweise à la "man kann doch auch ohne Alkohol feiern" zum Trotz - wohl immer so sein. Ob es uns passt oder nicht. c.wolff@volksfreund.de