Wie die Kanzlerin im Kleinen: Klima retten und Konflikte lösen

Wie die Kanzlerin im Kleinen: Klima retten und Konflikte lösen

Zunächst dank des TV Teilnehmer beim Kindergipfel in Bonn, dann für den Deutschen Kinderrat nominiert und als krönender Abschluss Teilnehmer an einer Uno-Simulation in Mexiko: Zehn Schüler - die meisten vom Max-Planck-Gymnasium - sind in den vergangenen Monaten um die halbe Welt gereist, um die Welt zu verbessern.

Trier. (BP) Da sage noch einer, die Jugend sei unpolitisch und engagiere sich nicht. Wer das Gegenteil sucht, muss sich nur bei Zehntklässlern des Max-Planck-Gymnasiums umhören. Dank ihrer Englisch-Lehrerin Julienne Willinger-Rass sind sie weit herumgekommen, haben ihre Horizonte erweitert - und reden mit bei der großen Politik.

Alles begann im April, als der TV Schüler suchte, denen er die Teilnahme am Kindergipfel in Bonn sponsern wollte. Die Wahl fiel auf die ehemaligen Neuntklässler vom MPG. Vier Tage debattierten sie zu Themen wie Klimaschutz, Armut, Naturzerstörung, Artenvielfalt oder Umschuldung von Entwicklungsländern. Am Ende der Tagung, an der Schüler aus aller Welt teilnahmen, stand ein Zukunftsvertrag. Dieser wurde Vertretern der Uno und des Bundesumweltministeriums überreicht. Einer der Sprecher des Kindergipfels wurde Simon Pautmeier aus Trier. Und als die Ergebnisse später einer von Politikern aus aller Welt besuchten Bürgermeisterkonferenz präsentiert wurden, war Pautmeier wieder dabei. Mittlerweile wurde über ihn und andere Teilnehmer des Kindergipfels von einer kanadischen Regisseurin sogar ein Film gedreht.

Nun wird gerade der nationale Kinderrat zusammengestellt, der den nächsten Kindergipfel in Deutschland 2010 vorbereiten soll. Zum Kreis der Aspiranten zählt erneut Simon, der sich zudem Hoffnungen machen kann, als einer von zehn deutschen Vertretern für den europäischen Kindergipfel 2009 nominiert zu werden. Aber neben der "großen" Politik engagieren sich Pautmeier & Co. auch im Kleinen, an ihrer Schule: "Wir wollen die Forderungen des Zukunftsvertrags, wie Klimaschutz und fairer Welthandel, auch am MPG durchsetzen", sagt er.

Der "feine Zwirn" war Pflicht



Nächste Station ist im Dezember aber erst einmal Berlin, wo den Kindergipfel-Organisatoren und -Teilnehmern die Auszeichnung für eines von drei bundesweit herausragenden Bildungsprojekten verliehen wird.

Aber der Kindergipfel und seine Nachwehen waren nicht der einzige Höhepunkt der MPGler. Beim Besuch der Trierer Partnerstadt Fort Worth wurden sie nach Toluca in Mexiko (ebenfalls Partnerstadt von Fort Worth) eingeladen. Dort findet alljährlich eine von weltweit 500 sogenannten Uno-Simulationen für Kinder statt. Das MPG stellte gemeinsam mit einem Schüler des Hindenburg-Gymnasiums sowie Schülern aus Schweich und Wittlich die deutsche "Delegation". "Den Flug mussten wir selbst bezahlen, in Mexiko waren wir bei Gastfamilien untergebracht", sagt Marius Ludwig, einer der Teilnehmer. Beim Uno-Kongress mussten sie - wie bei der echten Uno - den "feinen Zwirn" anlegen, es gab genaue Regeln für Debatten und Ähnliches. Die Jugendlichen verteilten sich auf mehrere Uno-Institutionen, wie die Generalversammlung oder den Internationalen Gerichtshof. Wie die echten Uno-Delegierten mussten sie Resolutionen zu internationalen Konflikten - wie der Georgien-Krise oder der Tibet-Frage - verfassen. "Und das alles auf Englisch", sagt Pautmeier.

Am Ende wurden aus den Reihen der weltweiten Teilnehmer die besten Redner und Delegationen gekürt. Bester Redner in der Uno-Vollversammlung wurde Michael Schmitt vom Hindenburg-Gymnasium, die Delegation mit den meisten Rede-Anteilen stellte das MPG. Und aufgrund ihrer tollen Leistungen wurden für 2009 wieder Trierer Schüler nach Toluca eingeladen, wo in den zehn Tagen neben der Arbeit auch zahlreiche Besichtigungen auf dem Programm standen.

Schüler-Reportage zur Uno-Simulations-Veranstaltung in Mexiko auf Seite 12