Wie die Tante, so die Nichte

Vivien Gremmler wird Triers 66. Weinkönigin. Dass die 20-Jährige das Ehrenamt antritt, liegt nicht zuletzt an ihrer Großmutter Monika Elenz. Die hat sich gewünscht, dass auch die Enkelin Weinmajestät wird - so wie 1992/93 ihre Tochter Daniela.

Trier. Vivien I. - daran muss sich Vivien Gremmler erst noch gewöhnen. Denn es sei nicht ihr größter Kindheitstraum gewesen, einmal Weinkönigin zu werden, gibt die 20-Jährige zu. Da unterscheidet sie sich von vielen ihrer Vorgängerinnen. Nun wird sie es aber doch - und freut sich inzwischen "riesig darauf, nicht zuletzt, weil ich damit meiner Oma eine große Freude mache". Ihre Großmutter Monika Elenz (73) hat großen Anteil daran, dass sich Vivien Gremmler für das Ehrenamt zur Verfügung stellt, "das man ja nicht so einfach mit links macht. Das muss man sich auch zutrauen und im Interesse der Sache eine möglichst gute Figur machen". Oma hat die Selbstzweifel ausgeräumt: "Du kannst das, du wirst eine gute Weinkönigin sein."
Monika Elenz hat Ahnung: Ihre Tochter Daniela (44), Viviens Tante, hat 1992/93 die Trierer Winzer und ihre Erzeugnisse repräsentiert - mit Bravour. Dass das die Enkelin ebenfalls hinkriegt, davon ist auch Peter Terges überzeugt. Der 60-Jährige ist Vorsitzender der Vereinigung Trier-Olewiger Winzer, die seit 1949 in ihrem Stadtteil die Trier er Weinfeste ausrichtet - und bestimmt, wer Königin wird. "Mit Vivien haben wir einen guten Fang gemacht, sie ist sogar ein echtes Olewiger Mädchen. Auch wenn sie seit dem zwölften Lebensjahr in Konz-Roscheid wohnt. Wir haben sie nie aus den Augen verloren. Sie war eine Wunschkandidatin", betont Terges.
Im März hat die Majestät in spe ihr Abi am Max-Planck-Gymnasium Trier gemacht. Nicht nur als Weinkönigin, auch beruflich will die 20-Jährige in die Fußstapfen ihrer Tante treten: Daniela Elenz ist Grundschullehrerin (in Koblenz). Weil ihr Pädagogikstudium erst im kommenden Oktober beginnt, hat Vivien Gremmler "nun erst mal Zeit, mich aufs Amt als Weinkönigin vorzubereiten. Ich will mir noch viel Wissen über Wein aneignen, schließlich ist es ein Jahr lang meine Aufgabe, die Trierer Winzer zu repräsentieren und Menschen den Wein näher zu bringen".
Die bisherigen Erfahrungen mit der Materie sind eher praktischer Natur: "Ich trinke gerne in geselliger Runde ein, zwei Gläschen. Am liebsten Riesling und Grauburgunder, je trockener desto besser."
Rund 30 Repräsentationsauftritte kommen auf Vivien I. zu. Der erste Großeinsatz folgt gleich nach der Krönung (30. Juli): Vom 1. bis 4. August ist das 66. Trierer Weinfest.
Mittendrin natürlich die 66. Weinkönigin - samt reichlich Verwandtschaft: "Weinfest in Olewig ist immer Anlass für Familientreffen. Diesmal will sogar meine andere Oma, Hannelore Stevens, aus Florida kommen."
Auch wenn Vivien Gremmler in Konz-Roscheid wohnt (und in ihrer Freizeit dort in einer Bäckerei arbeitet) wird für sie das Weinfest ein echtes Heimspiel werden: "Ich werde mich dann bei Oma Monika einquartieren. Die wohnt gleich gegenüber der Festwiese."Extra

Erst die Krönung, dann das Fest: Ihr Amt als 66. Weinkönigin von Trier tritt Vivien Gremmler am Krönungsabend am Mittwoch, 30. Juli, im Olewiger Klostergarten an. Gleichzeitig wird die Weinkönigin 2013/14, Anne-Catherine Ferber, verabschiedet. Wie ihre drei direkten Vorgängerinnen übt Vivien I. ihr Ehrenamt als Solistin (ohne Weinprinzessin) aus. Triers 66. Weinfest in Olewig wird vom 1. bis 4. August gefeiert. Die Schirmherrschaft übernimmt zum vierten Mal in Folge das Trierer Werk der Firma JT International (JTI). rm.