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Wie emsige Bienchen: Ohne sie läuft nichts

Wie emsige Bienchen: Ohne sie läuft nichts

Vor dem Wahltag werkeln sie im Hintergrund. Wie emsige Bienchen bereiten sie alles vor für den Tag der Tage - die Bundestagswahl. Und auch am Wahltag selbst sind sie unersetzlich - die ehrenamtlich tätigen Wahlhelfer. Der TV hat Wahlamtsleiter Reiner Roth und Wahlhelferin Lisa Günther gefragt, was die fleißigen Helfer so unverzichtbar macht.

Trier. Während andere sich einen gemütlichen freien Sonntag gönnen und am Nachmittag mal eben kurz ihre Stimme zur Bundestagswahl abgeben, sind die emsigen Wahlhelfer schon morgens früh auf den Beinen.

760 Helfer engagieren sich am Wahltag in 76 Wahllokalen der Stadt. Etwa zwei Drittel werden von der Stadt selbst gestellt. Dazu kommen altbewährte Helfer, Freiwillige und Parteimitglieder.

Die 26-jährige Lisa Günther ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Rechtspolitik an der Trierer Uni und zum zweiten Mal dabei. Ursprünglich kommt sie aus dem Saarland, lebt aber bereits seit 2003 in Trier. Schon bei der Kommunalwahl hat sie ehrenamtlich geholfen. Das sei schon aufreibend gewesen, weil gleichzeitig die Europawahl anstand. "Wählen ist wichtig. Wenn niemand hilft, kann auch nicht gewählt werden", erklärt sie überzeugt.

Ihr Revier ist dieses Mal die Barbara-Grundschule in der Friedrich-Wilhelm-Straße. Das Wahllokal hat sie sich ausgesucht, weil sie direkt in der Nähe wohnt. 1075 Wähler können im dortigen Wahllokal wählen. So können zum Beispiel Wahlberechtigte aus der Eberhardstraße, der Gilbertstraße oder der Nikolausstraße dort ihre Stimme abgeben.

"Wir fangen sehr früh an. Treffpunkt ist 7.30 Uhr im jeweiligen Wahllokal. Dann werden die angelieferten Urnen und Sichtblenden aufgebaut, damit alles hergerichtet ist, wenn die ersten Wähler kommen. Dazu bekommen wir eine Einweisung. ", klärt die Wahlhelferin aus Trier-Süd auf.

Eine Vorab-Schulung bekäme sie als Beisitzerin nicht. "Ich habe die Zeitung gelesen, habe mich im Internet und im Fernsehen informiert. Als politisch interessierter Mensch weiß ich über das Wahlverfahren bescheid."

Das politische Interesse habe sie zu diesem Amt geführt und der Aufruf in der Zeitung. "Ich fand die Idee, dass mal im Praktischen zu sehen, interessant. Und man tut einmal im Jahr etwas Gutes für die Gesellschaft", macht Günther ihren Standpunkt klar.

Auch Wahlamtsleiter Reiner Roth weiß um die Wichtigkeit der fleißigen Helfer. "Ohne sie wäre die Wahl nicht möglich. Zum Glück haben wir in Trier einen großen Pool an Helfern, auf die wir zurückgreifen können." Schließlich geht es nicht nur um die Urnenauszählungen am Ende des Tages, "auch die Briefwähler haben zugenommen". Während es 2005 noch 13 500 Briefwähler waren, seien es in diesem Jahr 16 000 bis 19 000. Wahlzeit ist von 8 bis 18 Uhr. In dieser Zeit muss das Wahllokal ständig mit drei Helfern besetzt sein - dem Wahlvorsteher, dem Schriftführer und dem Beisitzer, die jeweils einen Vertreter haben. "Die Schriftführer sind immer Mitarbeiter der Stadtverwaltung und die Wahlvorsteher alte Hasen, weil sie über alles genau bescheid wissen müssen", klärt Roth auf. Weil der Tag lang ist, arbeiten die Helfer in zwei Schichten. "Zu Beginn werden die Helfer zur Verschwiegenheit, zur Einhaltung des Wahlgeheimnisses und zur unparteiischen Wahrnehmung des Amtes verpflichtet", sagt Roth.

Die Wahlhelferin erklärt, was keinesfalls passieren darf. "Ich darf niemandem sagen, was er wählen soll. Auch, wenn uns die Wähler dazu auffordern, dürfen wir nicht die Kreuze für sie machen. Schließlich muss das Wahlgeheimnis gewahrt bleiben." Beeinflussung jeglicher Art wie Zeichen parteilicher Zugehörigkeit bei Helfern wie auch Wählern oder Wahlplakate vor den Lokalen sind nicht erlaubt.

Lisa Günther hat damit kein Problem. "Ich bin parteipolitisch neutral. Das fanden alle gut, und viele waren darüber recht erstaunt." Die 26-Jährige ist an diesem Tag als Beisitzerin tätig. Sie gleicht die Wahllisten mit den Wählern ab, überprüft die Personalien und achtet darauf, dass niemand im falschen Wahllokal ist. "Das ist heute schon öfters passiert. Aber jeder darf nur in seinem Wahllokal wählen."

Punkt 18 Uhr schließen die Lokale, und die Auszählung kann mit der Urnenausschüttung beginnen. "Man achtet sehr genau auf alles, was man tut. Das erfordert einige Konzentration. Aber aufgeregt bin ich nicht. Alles wird noch einmal nachgezählt."

Wer Wahlhelfer werden möchte, kann sich jederzeit bei der Stadtverwaltung melden. Das Wahlhelferamt ist ein Ehrenamt. Jeder Helfer erhält jedoch ein sogenanntes "Erfrischungsgeld" in Höhe von 21 Euro.