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Wie es um die junge Generation der Trierer Köche bestellt ist, zeigte sich beim Nachwuchswettbewerb „Azubi-Challenge“.

Wettberwerb der Jungköche : Krosser Spanferkelrücken versetzt Jury in Entzücken

Wie es um die junge Generation der Trierer Köche bestellt ist, zeigt sich beim Nachwuchswettbewerb „Azubi-Challenge“.

Die Töpfe dampfen, die Pfannen zischen und das Kondenswasser tropft an den Wänden des Küchenzeltes entlang –  Hochbetrieb. Aber plötzlich ist es schlagartig dunkel und es herrscht Stille. Der Strom ist ausgefallen. Keine Panik, auf so etwas sind sie vorbereitet, die Frauen und Männer vom Trierer Köcheverein, die hier zum dritten Mal ihre „Azubi-Challenge“, einen Jugendwettbewerb für Auszubildende (Azubis) im dritten Lehrjahr veranstalten. Auch die acht Kombattanten des Wettkochens bleiben ganz ruhig und gelassen, mitten im „Mise en Place“ (den Vorbereitungsarbeiten) um 16.30 Uhr am Freitagnachmittag. „Den Stress muss man abkönnen und improvisieren auch“, sagt der Jugendwart des Vereins, Georg Wallig. Schon nach wenigen Minuten hat man, mit Hilfe der Gastgeber, Familie Hellvoigt vom Hotel und Restaurant Estricher Hof in Trier, die technische Störung behoben und es geht mit Vollgas weiter im Wettbewerb.

Schon seit 14 Uhr kochen die Azubis, jeder nur einen Hauptgang, davon jedoch jeweils 50 Portionen, um 18 Uhr müssen sie fertig sein, dann wird angerichtet, geschickt, wie die Köche sagen.

Zu Beginn des Wettbewerbs hatte die international besetzte Küchenmeister-Jury jedem einen Warenkorb gestellt, aus dem die Gerichte gezaubert werden müssen: Schweinebauch, Süßkartoffeln und Birne beispielsweise oder Wolfsbarsch, Rote Bete und Risottoreis. Da ist die Kreatitivität der jungen Leute gefragt, die Menükarten lassen dem Reporter jedenfalls das Wasser im Mund zusammenlaufen: „Schweinebauch an Velouté, Süßkartoffeln, confiertem Wirsing, gebratenem Birnenkompott und Champignonbrösel“ ist da zu lesen oder: „Wolfsbarschrolle, Rote-Bete-Purée, blanchierter Lauch, gebratener Fenchel, Weißweinschaum und Risotto.“ Überhaupt, die Kreativität: Eckart Witzigmann, dreifach Michelin-besternter Jahrhundertkoch, hat einmal gesagt: „Kochen ist 98 Prozent Transpiration und 2 Prozent Inspiration.“ Will sagen, vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt (das wiederum wusste schon um 700 vor Christus der griechische Epiker Hesiod). Das Handwerk des Kochens will zunächst einmal beherrscht werden, bevor man mit Kreativität etwas Besonderes auf den Teller bringen kann. So weit sind die sieben Jungköche und Leonie Herrig vom Park Plaza Hotel (sie kochte außer Konkurrenz, da sie erst am Tag vor dem Wettbewerb für einen erkrankten Kollegen eingesprungen war) aber schon. Nach fast drei Jahren in ihren Ausbildungsbetrieben, sind die handwerklichen Fähigkeiten sehr gut ausgebildet und die Kreativität, ja, die ist sichtbar und schmeckbar.

75 Gäste haben sich für den  Abend angesagt, um das zu verifizieren (die Karten zum Preis von 40 Euro waren ruck-zuck vergriffen).

In der schönen Atmosphäre des Blockhauses des Estricher Hofes sind runde Tische gedeckt und die Gäste holen sich ihre Teller  – wie bei einer Küchenparty –  direkt bei den acht Stationen, können den Köchen beim Anrichten über die Schulter schauen und mit ihnen fachsimpeln.

Helle Begeisterung allenthalben, es schmeckt und sieht gut aus. „Bei diesem Leistungsstand ist mir, trotz des allgemeinen Fachkräftemangels auch in der Gastronomie, nicht bange um die Zukunft“, sagt Uwe Fusenig, der Vorsitzende des Köchevereins. „Das ist aller Ehren wert, was der Berufsstand hier auf die Beine stellt“, meint ein Besucher, während er sich von Valentin Müller einen Teller mit krossem Spanferkelrücken, Pak Choi, Ingwer, Reiscrème und Champignons geben lässt. Damit hat er dann auch gleich den Siegerteller erwischt, den die Jury mit knappem Vorsprung am besten bewertet hat. Aber es zählt natürlich der olympische Gedanke, „es war geil, dabei zu sein“, wie es ein anderer junger Koch formuliert.