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Wie lebt es sich gut im Alter?

Wie lebt es sich gut im Alter?

Beim Regionalforum "Gut leben im Alter" will Sozialministerin Malu Dreyer herausfinden, wie die Region Trier freundlicher für Alte gestaltet werden kann. Die Ergebnisse sollen in einen Landesaktionsplan einfließen.

Trier. Was brauchen wir in Trier, um älteren Mitbürgern eine höhere Lebensqualität zu bieten? Das will Malu Dreyer am Montag mit Bürgern, Kommunalpolitikern und Vertretern lokaler Institutionen diskutieren. Im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Tobias Senzig erklärt die Ministerin, wie sie der Alterung der Gesellschaft begegnen will.

Im Jahr 2050 könnte ein Drittel der Bevölkerung im Rentenalter sein. Hält das Sozialsystem das aus?
Dreyer: Das betrachte ich mit großer Sorge. Aber man darf nicht überzogen reagieren. Ich bin der Auffassung, dass der Generationenvertrag die einzig richtige Basis für das Rentensystem ist.

Was passiert mit dem Rentensystem, wenn jeder Arbeitnehmer einen Rentner mitfinanzieren muss?
Dreyer: Wir müssen uns fragen, wie wir das System weiterentwickeln. Die Rente mit 67 ist da ein Baustein. Und im Übrigen finanziert sich die Rente schon heute zu einem beträchtlichen Teil aus Steuereinnahmen.

Aber diese Steuern erwirtschaften doch auch die Arbeitnehmer.
Dreyer: Nicht nur. Und Rente und andere Einnahmen im Alter werden inzwischen auch besteuert.

Viele Dörfer in der Region überaltern und schrumpfen. Was kann man machen?
Dreyer: Das kann ein Dorf alleine nicht stemmen. Gemeinden müssen miteinander kooperieren, ihre Infrastruktur gemeinsam nutzen, um attraktiv zu bleiben. Es ist auch an den Bürgern, zu schauen, was ihr Dorf ausmacht und was das Nachbardorf besser kann.
Zukunft Der Region


Wissenschaftler fordern, dass zu kleine Dörfer aufgegeben werden. Was halten Sie davon?
Dreyer: Der Umgang mit dem demografischen Wandel ist kein Schachspiel. Man kann den Menschen nicht diktieren, wo sie leben sollen.

Die Landesregierung hat bereits 2010 einen Aktionsplan für Ältere beschlossen. Was hat der gebracht?
Dreyer: Eine Vielzahl von Maßnahmen. In Trier wurde beispielsweise der Schwerpunkt Geriatrie im Ökumenischen Verbundkrankenhaus eingerichtet. Außerdem gibt es Beratungsstellen zum Thema Wohnen im Alter.
Was ist denn neu an dem Aktionsplan, den Sie am Montag in Trier diskutieren wollen?
Dreyer: Der demografische Wandel wird sich regional sehr unterschiedlich auswirken. Am Montag geht es darum, Kommunen und andere Institutionen dazu zu animieren, ihren eigenen Aktionsplan zu machen. Im Fokus steht die Beteiligung und Konkretisierung von Ideen vor Ort.

Gibt es in der Region Trier denn besondere Bedingungen?
Dreyer: Ja, bis zum Jahr 2020 gibt es landesweit nur im Speckgürtel um Trier und Mainz größere Einwohnerzuwächse. Aber ob am Ende Stadt oder Landkreis profitieren, das weiß niemand. Klar ist nur: Wir werden älter und insgesamt weniger bis 2050.

Trotz vieler Bemühungen bleibt die Geburtenrate bei 1,4 Kindern.
Dreyer: Man kann den Schalter leider nicht einfach umlegen. Aber wir müssen mit unserer familienfreundlichen Politik weitermachen, um Menschen dazu zu ermutigen, ihren Kinderwunsch zu erfüllen. sen
Extra

Gut leben im Alter: Sozialministerin Malu Dreyer will auf dem Regionalforum "Gut leben im Alter - den demografischen Wandel gemeinsam gestalten" mit Menschen aus der Region darüber diskutieren, was zu tun ist, damit die Menschen auch im Alter gut und gerne in Rheinland-Pfalz Leben. Die Veranstaltung ist im Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer in der Herzogenbuscher Straße und beginnt am 5. März um 13 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.gutlebenimalter.rlp.deMarie Luise (Malu) Dreyer (51, TV-Foto: Roland Morgen) ist seit 2002 Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie. Zuvor war sie Bürgermeisterin der Stadt Bad Kreuznach. Die Juristin lebt seit 2004 in Trier und ist Vorsitzende der Trierer SPD. sen