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"Wie meinen Sie das?": Serie zu den Wahlplakaten bei der Trierer Kommunalwahl

Kommunalwahl : Die Linke: „Wer spekuliert, soll einen steuerlichen Ausgleich zahlen“

Was wollen uns die Wahlplakate sagen? „Wie meinen Sie das?“, hakt der TV bei den Spitzenkandidaten für den Trierer Rat nach. Heute: Theresia Görgen, die Linke.

„Wohnen muss bezahlbar sein. Punkt. Aus. Ente.“ Wie meinen Sie das, Frau Görgen?

Theresia Görgen: „Nicht nur bei der Höhe der Mieten, auch beim Anstieg der Mietpreise in den vergangenen Jahren belegt Trier einen Spitzenplatz. Familien mit Durchschnittseinkommen müssen teilweise weit über acht Euro pro Quadratmeter zahlen. Wir kämpfen dafür, dass diese Menschen nicht aus der Stadt ganz herausgedrängt werden. Immobilienfirmen werben dafür, Geld in Trierer Wohnprojekte zu investieren, weil die Renditen hier so hoch sind. Die Stadt hat zudem immer noch keine eigene Wohnungsbaugesellschaft, die uns mehr Einfluss ermöglichen würde. Das muss sich ändern!

Und zum Slogan: Der Originalspruch heißt ,Punkt. Aus. Ende.’ Das Wort ,Ente’ auf unserem Plakat ist bloß eine Pointe.“

Helfen würde der Bau vieler neuer Wohnungen. Die Linke ist aber gegen das Baugebiet Brubacher Hof, wo Wohnraum für 2400 Menschen entstehen könnte.

Görgen: „Statt Massenansiedlungen fordern wir Bauflächen und Nachverdichtung in allen Stadtteilen – auch in der Innenstadt. Jedoch wurde zweimal unser Antrag zur Erhebung von Leerständen im Stadtrat abgelehnt. Wir wollen, dass diejenigen, die Immobilien leer stehen lassen, um auf hohe Verkaufspreise zu spekulieren, einen steuerlichen Ausgleich bezahlen müssen.

Wie wollen Sie diese Ziele denn im Stadtrat umsetzen?

Görgen: Wir werden weiterhin mit großem politischen Druck für bezahlbares Wohnen kämpfen – zum Beispiel mit Anträgen zu einer drastischen Erhöhung städtischer Wohnungen mit dauerhafter Mietpreisbindung und einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Für alle mit mittleren Einkommen werden wir beantragen, dass bei neuen Baugebieten mindestens 50 Prozent öffentlich geförderter Wohnraum entstehen muss mit gedeckelten Mieten.“

Theresia Görgen. Foto: Trierischer Volksfreund/Jörg Pistorius
Logo_Kommunalwahl_2019 Foto: TV/Lambrecht, Jana

Interview: Christiane Wolff