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Wie Paris ohne den Eiffelturm

Wie Paris ohne den Eiffelturm

Studierende des Fachbereichs Medienwissenschaften haben unter der Leitung von Professorin Annette Deeken Kurzbeiträge über Trier zu einem hörbaren Stadtführer zusammengestellt. Die Themen sind auch - oder vor allem - für Trierer interessant.

Trier. Warum ist die Porta Nigra schwarz? "Die Porta hat sich schwarz geärgert, als Kaiser Konstantin aus Trier weggezogen ist", lautet die Antwort eines Trie rer Passanten. Sie ist auf einem neuen akustischen Stadtführer verewigt.
Gelächter im Kinosaal des Museums am Simeonstift. Insgesamt zehn Studenten des Fachbereichs Medienwissenschaft haben mit unterschiedlichen Beiträgen ein etwa 75-minütiges Potpourri erstellt und den ersten akustischen Stadtführer für Trier daraus gemacht.
In vielen deutschen Großstädten gibt es bereits Stadtführer zum Anhören, für Trier ist das ein Novum. Annette Deeken, seit 20 Jahren Universitäts-Professorin der Uni Trier, ist stolz auf ihre Bachelor-Studenten, die mal lustige, mal wissenswerte und auch traurige Kapitel über Trier recherchiert und erarbeitet haben.
So zum Beispiel den bewegenden Fall der japanischen Studentin Mutsuko Ayano, die 1983 in Trier ermordet wurde. Nicht reißerisch, aber sehr eindringlich erzählt und mit kriminalistischen Fakten gespickt werden hier bei jedem Trierer Zeitzeugen Erinnerungen an die schreckliche Tat wach.
In einem anderen Beitrag geht es um die blaue Zeder am Kornmarkt - ein Naturdenkmal, das zwei Weltkriege überlebt hat. Bei einem Brand verlor sie ihren "Partner", eine zweite Zeder, die einst dort stand.
Im Beitrag "Trier goes worldwide" kommen Urgesteine wie Walter Schrage und Helmut Leiendecker zu Wort, die zum Thema Trie rer Mundart kein Blatt vor den Mund "holen". Unterhaltsam und kurzweilig ist das Hörbuch der Studierenden geworden, die alle nicht aus Trier stammen. Kathrin Schug, Mitarbeiterin des Museums am Simeonstift, war von der Idee gleich begeistert. "Das Thema passt wie die Faust aufs Auge, wir haben uns sofort draufgestürzt", sagt sie lachend, und Annette Deeken freut sich, "das Hörbuch in diesem Rahmen präsentieren zu können". Sie findet: "Der moderne Mensch kann so auch auf dem Sofa eine Stadtführung machen."
Drei der zehn an dem Projekt beteiligten Studierenden sind bei der Präsentation im Museum anwesend, darunter Christina Grimm, die eigentlich zurzeit auf der Berlinale ein Praktikum macht. Sie kam eigens nach Trier, um ihren Beitrag das erste Mal vor Publikum zu hören. Er ist der erste im Hörbuch, immerhin geht es um Triers Wahrzeichen, über das ein interviewter Passant aussagt: "Trier ohne Porta wäre wie Paris ohne Eiffelturm."

Bis jetzt gibt es das Hörbuch nicht im Handel, Interessierte können sich mit Annette Deeken in Verbindung setzen unter der E-Mail deeken@uni-trier.de