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Wie viele Einkaufszentren verträgt der Einzelhandel der Region?

Wie viele Einkaufszentren verträgt der Einzelhandel der Region?

Viel Spannung im Vorfeld der Präsentation der Pläne für ein neues Einkaufszentrum in Trier: Die Kritiker von Kammern und Einzelhandel halten das Warenangebot im Oberzentrum der Region längst für ausreichend.

Heute hebt sich der Vorhang. Der Hamburger Projektentwickler ECE stellt seine Pläne für ein neues Shoppingcenter in der Trierer Innenstadt vor. Damit bekäme das Oberzentrum das dritte große Einkaufszentrum nach Alleencenter und Trier-Galerie. Auch wenn die Details noch unklar sind: Widerstand regt sich vor allem im Einzelhandel. "Es ist keine gute Idee, immer mehr zu bauen", sagt etwa Ruth Reitz-Born, Vertreterin der Wittlicher Kaufleute. "Es kommen doch nicht mehr Käufer. Die vorhandenen verteilen sich nur anders."

Auch Hans-Joachim Kurth, stellvertretender Vorsitzender des Gewerbevereins Bitburg, ist gegen eine neue Einkaufsgalerie. "Bereits jetzt fließen Millionen Euro Kaufkraft aus unserer Stadt ab", sagt er. Für ein drittes Einkaufscenter fehle die Kaufkraft in der Region, ist auch der Einzelhandelsverband Trier überzeugt. Geschäftsführer Alfred Thielen befürchtet einen "ruinösen Verdrängungswettbewerb".
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier hält ein weiteres Shoppingcenter angesichts stagnierender Umsätze im Handel für "nicht nötig", wie Standort-Experte Matthias Schmitt betont. Er sei nicht gegen Wettbewerb, sehe jedoch das regionale Gefüge gefährdet. "Es gibt bislang kein regionales Einzelhandelskonzept", bemängelt er.

Bestätigt wird die IHK durch Passanten- und Händlerbefragungen der Geografen an der Uni Trier. Fazit von Projektleiter Matthias Furkert: "Eine weitere Ansiedlung großflächiger Einzelhandelsbetriebe wäre angesichts der vorhandenen Verkaufsfläche kontraproduktiv."
Die Projektbetreiber der Einkaufscenter in Bitburg und Wittlich lassen die Trierer Pläne kalt. Christian Schenk, Planer bei der Faco Bitburg, geht von "keinen Auswirkungen auf die Pläne für unsere Bit-Galerie" aus und kontert: "Ein Mittelzentrum wie Bitburg sollte mit einer eigenen Galerie seine Attraktivität erhöhen", sagt er. Und Birgit Kliem von der IC-Gruppe, die die Schlossgalerie Wittlich weitervermietet, sagt: Sie mache sich keine Sorgen, ihr Angebot sei keine Konkurrenz zu Trier.

Was den Projektbetreiber ECE allerdings motivieren wird am Standort Trier festzuhalten und auf gute Geschäfte zu hoffen, ist das Urteil des Spezialisten für Handelsimmobilien Comfort Düsseldorf: Was die Renditen angeht, stuft er Immobilien-Investments in der Trierer City als "risikolos" ein.