Infrastruktur: Wieder Probleme beim Bahnhofsausbau

Infrastruktur : Wieder Probleme beim Bahnhofsausbau

Nach Starkregen: Wasser dringt in Unterführung und Liftschacht ein. Das Land gibt eine Förderzusage für den Bau der Straßenzufahrt.

Die Probleme beim barrierefreien Ausbau des Bahnhofs in Schweich reißen nicht ab. Nun bereitet ein Wassereinbruch im bereich der Unterführung den Ingenieuren Sorgen. „Das Wasser sprudelte nach dem starken Regen durch die Wand wie ein Springbrunnen”, sagt der Mitarbeiter einer Security-Firma, die am Schweicher Bahnhof für die Sicherheit der Passagiere zuständig ist. Das Wasser habe etwa 15 Zentimeter hoch in der Unterführung gestanden und 30 Zentimeter in einem Schacht, in dem gerade ein Aufzug eingebaut wird. Die Personenunterführung besteht aus Bruchsteinen und wurde im Jahr 1912 erbaut.

Es gab bereits mehrere Vorfälle, die den im Frühjahr 2018 begonnenen Bahnhofsausbau beeinträchtigt und für Verzögerungen und Mehrkosten gesorgt haben. So gab es unerwartete Entdeckungen im Erdreich, etwa Kabel, die in alten Plänen nicht verzeichnet waren, oder Felsen, die bei Voruntersuchungen nicht entdeckt worden waren (der TV berichtete).

Auch musste am Mittelbahnsteig, der erst im Jahr 2015 saniert wurde, eine Höhenkorrektur vorgenommen werden. Der Bahnsteig war für die Züge, die dort verkehren, einige Zentimeter zu hoch. Schließlich musste das provisorische Gerüst, über das die Passagiere zum Mittelbahnsteig gelangten, aus Sicherheitsgründen wieder neu aufgebaut werden. Die Stahltreppe war nicht breit genug für einen gefahrlosen Begegnungsverkehr.

Trotz dieser Pannen zieht Projektleiter Ralph Kuttig insgesamt ein positives Fazit des Haltestellenausbaus: „Bei so einem großen Projekt und Arbeiten im Bestand kann es immer mal Unwägbarkeiten geben.” Die Zusammenarbeit mit der Kommune sei „sehr ordentlich” gewesen, sagt Kuttig. Auch habe es keine größeren Beschwerden seitens der Bahnkunden gegeben. Bei ihnen bedankt er sich für das Verständnis während der Bauphase.Woher der aktuelle Wasser­einbruch komme, müsse man noch analysieren, so der Projektleiter. Die Unterführung sei zwar hin und wieder feucht gewesen, aber so viel Wasser habe es bisher dort noch nicht gegeben. Spätestens nächste Woche werde man sich zusammensetzen und beraten, was zu tun sei. Kuttig rechnet nicht damit, dass es wegen des Wasser­einbruchs zu größeren Zeitverzögerungen kommt: „Wir kriegen das in den Griff.” Er rechnet damit, dass die beiden Aufzüge Anfang bis Mitte Dezember in Betrieb genommen werden können. Ursprünglich sollte der Bahnhofsausbau in  Schweich bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 abgeschlossen sein.

Wie Projektleiter Kuttig bestätigt, wird das Projekt durch die oben genannten zusätzlichen Arbeiten teurer als geplant. Wie hoch die Mehrkosten sind, das könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Der Neubau des Hausbahnsteigs, die Verlängerung des Mittelbahnsteigs, die Sanierung der Personenunterführung und der Rück­bau nicht mehr benötigter Bahnsteige sollte ursprünglich 1,22 Millionen Euro kosten. Der Einbau der Aufzüge schlägt im Kostenplan mit 1,44 Millionen Euro zu Buche.

In der Unterführung des Schweicher Bahnhofs hat das Wasser nach den starken Regenfällen der letzten Tage etwa 15 Zentimeter hoch gestanden. Es ist durch die Wand eingedrungen. Foto: Albert Follmann
Arbeiter sind derzeit damit beschäftigt, die Aufzugsanlage zu montieren. Vorgesehen ist der Einbau einer Stahl-Glas-Konstruktion. Foto: Albert Follmann

Finanziert wird das Projekt aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm (ZIP) der Bahn für den barrierefreien Ausbau kleinerer Stationen. Der Kostenanteil der Stadt Schweich sollte 100 000 Euro betragen, der der VG Schweich 215 000 Euro. Ob die Kommunen wegen der Mehrkosten draufzahlen müssen, steht noch nicht fest.

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