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Wiederholung erwünscht: Musikaktionstag im Exhaus

Wiederholung erwünscht: Musikaktionstag im Exhaus

Gesang, Instrumentenkunde und Tanz, aber auch Pop-Kunst haben im Mittelpunkt des Musikaktionstags im Exzellenzhaus in Trier-Nord gestanden. 100 Jugendliche nahmen an mehr als 20 Workshops teil - von Rap und Gitarre bis hin zu Breakdance und Graffiti.

Trier-Nord. Bereits im Treppenhaus des Jugend- und Kulturzentrums Exhaus dröhnt der treibende Rhythmus des Schlagzeugs. Im Keller zeigt Hobbyschlagzeuger Marco Premm Jugendlichen einfache Beats und fordert sie zum Nachspielen auf. Jeder spielt spontan einen Rhythmus vor. Premm, der Leiter des Drum-Workshops beim Musikaktionstag im Exhaus, steht mit Tipps zur Seite. "Probier mal ‚We Will Rock You\' aus und zeig dein Bestes", sagt er zu einem jungen Mann am Schlagzeug. Der spielt den Beat aus dem Queen-Song an: bum, bum, patsch. Bum, bum, patsch. Die Jugendlichen nicken im Takt mit.
Gitarre begleitet den Gesang


Auch bei Anfängerschwierigkeiten hilft Premm: Ein Mädchen hat Probleme, den Rhythmus zu finden. "Nimm den anderen Fuß und bleib beim Ein-Viertel-Takt", rät dieser und zeigt ihr per Pantomime das Schlagmuster. Am Ende klappt der Beat; nach einem letzten Schlag auf das Becken klatscht die Runde Applaus.
Melancholischer geht es im Songwriting-Workshop mit dem Trierer Sänger Jochen Leuf zu. Teilnehmerin Carmen Amlinger hat einen selbst geschriebenen Song mitgebracht. Leuf steuert eine Gitarrenmelodie bei und hilft beim Verfeinern des Textes. Amlinger schließt die Augen und stimmt in Begleitung zur Gitarre mit zerbrechlicher Stimme die erste Zeile an: "Ich weiß nicht, wer ich bin, wer ich sein werde oder war." Die 16-Jährige ist glücklich über den Fortschritt mit ihrem Song: "Der Workshop mit Jochen Leuf hat mich mit meiner Musik weitergebracht."
Das Ergebnis ist der Song "Selbsterkenntnis", den die Gruppe am Ende des Musikaktionstags vorträgt.
Besonders beliebt ist der Graffiti-Workshop. Im Hinterhof des Exhauses besprühen Jugendliche eine Mauer und lassen ihrer Kreativität dabei freien Lauf.
Im Laufe des Musikaktionstags nehmen 100 Jugendliche an mehr als 20 verschiedenen Workshops, von Rap bis Saxofon, teil. "Unser besonderer Dank gilt den ehrenamtlich tätigen Musikern, die den jungen Menschen ihr Können zur Verfügung gestellt haben", sagt Initiator Tom Cartus, Sozialarbeiter des Vereins Treffpunkt am Weidengraben. Cartus zieht ein positives Fazit: "Der Tenor aller Beteiligten war glasklar: Wiederholung erwünscht!" maw
Extra

"Ich bin schon den ganzen Tag im Graffiti-Workshop dabei, und es gefällt mir gut. Wir haben ein Bild um die Aufschrift Boom\\' gesprayt, das ist uns ganz spontan eingefallen. Ich habe schon in der Schule gesprayt, Malen macht mir Spaß, deshalb mache ich beim Graffiti mit." "Ich habe zuerst beim DJing mitgemacht. Wir haben gelernt, Platten aufzulegen und zu scratchen. Ich habe schon mal Schlagzeug gespielt, und Marco Premm leitet den Workshop sehr gut. Schlagzeug spielen ist schwer, aber es macht mir Spaß, einfach draufzuhauen." "Ich habe einen eigenen Song geschrieben und will professionelle Hilfe und Fortschritte machen. Deshalb habe ich den Songwriting-Workshop besucht. Ich fand es super, ich bin echt froh, dass ich mitgemacht habe. Es hat sich gelohnt und mich weitergebracht."