Wieviel Auto braucht der Mensch?

Wieviel Auto braucht der Mensch?

Auf Fahrten mit dem PKW verzichten - dazu soll die Aktion Autofasten anregen. Zum zwölften Mal rufen ihre Akteure für die Zeit vom 8. März bis 5. April zur kollektiven Abstinenz vom Automobil auf. In Trier bieten Zweirad-Werkstatt und Verkehrsverbund Region Trier (VRT) Mobilitäts-Alternativen.

Trier. Weit über 12 500 Menschen haben sich in den vergangenen Jahren bewusst zum Verzicht aufs eigene motorisierte Fahrzeug entschieden. Als positives Beispiel gehen Domprobst Prälat Werner Rössel und der evangelische Superintendent Christoph Pistorius voran. "Jeden Freitagmorgen um halb sieben" steigt Rössel auf den Drahtesel, Pistorius ist bekennender Busfahrer. Nebeneffekt: "Wer zu Fuß geht oder mit dem Bus fährt, kommt mit anderen Menschen in Kontakt."

Alternativen per Bus oder mit dem Fahrrad



Die Neuauflage der Aktion "Autofasten" steht im zwölften Durchlauf unter dem Motto "Das Klima schützen und anders unterwegs sein".

Im Sinne des christlichen Umgangs mit der Schöpfung, eines Hinterfragens des persönlichen Lebensstils in der Fastenzeit sowie unter dem Gesichtspunkt nachhaltigen Handelns angesichts der Auswirkungen des Klimawandels wollen die Bistümer Trier und Mainz, die Evangelischen Kirchen im Rheinland, Hessen-Nassau und der Pfalz sowie der Rat Christlicher Kirchen im Großherzogtum Luxemburg Tausende Menschen mobilisieren, solidarisch das Auto vier Wochen lang stehen zu lassen und auszuprobieren, wieviel Auto der Mensch wirklich braucht.

Um von A nach B zu kommen, gibt es Alternativ-Angebote. So etwa von der Zweirad-Werkstatt der Bürgerservice GmbH am Hauptbahnhof und in der Hornstraße. Wer einen Fastenpass vorlegt, erhält ein kostenloses Leihfahrrad für 14 Tage. Als Novum gibt es E-Bikes, Räder mit Elektro-Unterstützung (maximal für drei Tage). Kostenlos bieten die Mitarbeiter einen Fahrrad-TÜV an inklusive schriftlicher Bescheinigung, ob der Drahtesel verkehrstauglich ist. "Im Alltag scheitert die Nutzung oft an der Bequemlichkeit oder an fehlender Infrastruktur", sagt Gregor Schäfer von der Bürgerservice-Geschäftsführung. An dieser Schraube versucht die Zweirad-Werkstatt zu drehen.

Auch der VRT unterstützt die Aktion Autofasten. "Der öffentliche Personennahverkehr kann dazu einen großen Beitrag leisten", sagt VRT-Geschäftsführerin Veronika Zänglein, selbst leidenschaftliche Fußgängerin. Verlost werden 200 Fasten-Tickets, die zum zweiwöchigen kostenlosen Nutzen von Busen und Bahn im VRT-Gebiet von Gerolstein bis Saarburg, von Igel bis Bengel berechtigen. Ein Pendlertag - zum ersten Mal Teil der Aktion - soll außerdem Bus- und Bahn-Muffel zur einmaligen morgendlichen Test-Fahrt motivieren. Ziel sei es, Menschen dauerhaft zum Umsteigen und Umdenken zu bewegen. Angemeldet haben sich bereits 180 Auto-Verzichter in Trier, 1000 in der Region.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.autofasten.de, www.vrt.de.