Wildcamper am Messepark

Regelmäßig übernachten Wohnmobil-Touristen auf dem Parkplatz am Messegelände, statt die bewirtschafteten Stellplätze zwischen Messepark und Mosel zu nutzen. Betreiber Norbert Haag befürchtet dadurch wirtschaftliche Einbußen.

Trier. Norbert Haag hat nach eigenen Angaben viel investiert, um am Messepark attraktive Stellplätze für Wohnmobil-Touristen zu schaffen. Allein im vergangenen Jahr habe er etwa 50 000 Euro ausgegeben, um ein neues Schranken- und Bezahlsystem, Stromverteiler und Sanitäranlagen zu bauen. Er beklagt, dass viele Camper auf dem Parkplatz südlich der Konrad-Adenauer-Brücke übernachten, statt seine Stellplätze anzusteuern.

Seit 2004 bewirtschaftet er mit seiner Frau den Parkplatz zwischen Messegelände und Mosel. "Im letzten Jahr war es besonders schlimm. An manchen Tagen standen 30 Wohnmobile bei uns und mindestens genauso viele auf dem Parkplatz an der Brücke", sagt Haag. Er befürchtet Einbußen. "Im Schnitt müssen bei uns mindestens 50 Camper pro Tag übernachten, damit es sich rechnet." In der Vergangenheit hätten Wildcamper vom Parkplatz immer wieder die Sanitär- und Entsorgungseinrichtungen auf dem nahen Zeltplatz benutzt, der ebenfalls von den Haags betrieben wird. "Mit Einführung von Chipkarten ist das besser geworden. Das Geschäft läuft insgesamt gut", sagt Haag.

Hört man sich bei den Campern auf dem Parkplatz um, kommen unterschiedliche Begründungen. "Ganz einfach: Hier ist es gratis", sagen zwei Holländer. Den offiziellen Stellplatz würden sie auch kennen, weil sie regelmäßig nach Trier kämen. Ein belgisches Ehepaar sagt: "Wenn wir länger hier sind, übernachten wir auf dem Campingplatz. Bleiben wir nur eine Nacht, stellen wir uns auf den Parkplatz, weil wir die Sanitäranlagen nicht brauchen."

Massive Verschmutzungen des Parkplatzes durch Camper sind auf den ersten Blick nicht zu erkennen, allerdings hat die Saison ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. Augenscheinlich ist aber der Dreck, den Besucher eines nahe gelegenen Fastfood-Restaurants hinterlassen. Ob Camper ordnungswidrig Müll entsorgen, könne nicht zweifelsfrei festgestellt werden, teilte die Stadt Trier auf TV-Anfrage mit. Die zuständige Reinigungsfirma finde jedoch regelmäßig Verpackungsmaterial von Lastwagen. Zuständig für die Reinigung des Parkplatzes sei die Messeförderungsgesellschaft (MFG). Daher sehe die Stadt keinen Handlungsbedarf. Die Gesellschafter der MFG haben beschlossen, an den Parkplatzeinfahrten Höhenbegrenzungen von zwei Metern aufzustellen. Die Investitionen sollen gemeinsam von MFG, dem Ruderverein Treviris und der Familie Haag getragen werden.

Das Messegelände einschließlich des Parkplatzes in den Moselauen gehört der Stadt Trier. Pächterin ist die Messeförderungsgesellschaft, an der die Stadt zu 60, die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer zu jeweils 20 Prozent beteiligt sind. Die Gesellschaft ist für die Reinigung des Parkplatzes verantwortlich. (thie)