Wildwest im Süden Triers

Fahren gegen die Einbahn- und durch Anliegerstraßen: Seit in Neuheiligkreuz die Hans-Böckler-Allee in Richtung Mariahof wegen Bauarbeiten nur noch einspurig befahrbar ist und die Autofahrer nicht mehr in die Straßburger Allee abbiegen können (der TV berichtete), suchen sie sich ihren Weg durch das Wohngebiet. Inzwischen kontrolliert die Polizei.

Trier. Rechtsabbiegen verboten! In der Metzer Allee geht es seit vergangener Woche nur noch geradeaus - einspurig. Autofahrer, die in die Straßburger Allee fahren wollen, müssen genauso die Umleitung über Bernhard- und Wisportstraße nehmen wie die, die aus Richtung Mariahof kommen. Und dennoch gibt es Fahrer, die ordnungswidrig in die Straßburger Allee abbiegen. Doch das ist nicht nur verboten, es kann auch sehr gefährlich werden - schließlich ist die Fahrspur nur für den Verkehr in die Gegenrichtung freigegeben. Der Grund: In der Hans-Böckler-Allee wird zwischen Straßburger Allee und Georg-Schäffer-Straße die Fahrbahn komplett erneuert, zudem werden alle Verkehrsinseln abgesenkt und neu gestaltet (der TV berichtete).
Raser auf Schleichwegen


Nicht nur die Straßburger Allee ist durch die Straßenbauarbeiten nicht mehr komplett befahrbar. Auch wer aus der oder in die Tessenowstraße fahren will, muss einen Umweg nehmen, nämlich über den Karlsweg. "Die Ortskundigen suchen sich Schleichwege, um schneller voranzukommen", weiß Polizeioberkommissar Stephan Wagner von der Polizeiinspektion Trier. Und diese führen durch das Wohngebiet.
"Anwohner haben uns letzte Woche angerufen, dass viele Autofahrer in der Straße An der Ziegelei gegen die Einbahnstraße und durch die Anliegerstraße Rotbachstraße fahren."
Deshalb hat die Polizei am Donnerstag an diesen Punkten kontrolliert. "Die Kollegen haben vier Verwarnungen ausgesprochen", sagt Wagner. Viele Autofahrer hätten nämlich schon abgedreht, als sie die Streifenwagen gesehen haben.
Deutlichere Beschilderung



Weil die Zahl der Fahrzeugführer, die die Verkehrsregeln missachtet haben, hoch war, habe die Polizei das Tiefbauamt informiert, sagt Wagner. "Das Amt hat daraufhin die Beschilderung angepasst und erweitert", sprich, die Mitarbeiter haben Absperrungen aufgestellt, damit niemand mehr entgegen der Einbahnstraße Richtung Tessenowstraße fahren kann.
Wagner vermutet, dass einige Autofahrer den Stau am Pacelliufer umfahren wollen, denn dort wurde gleichzeitig mit den Instandsetzungsarbeiten der Fahrbahn begonnen. Die Situation könnte sich verschärfen, so Wagner, wenn die Moseluferstraße zwischen Pellinger Straße und Kaiser-Wilhelm-Brücke saniert wird. Die Arbeiten sollen laut Presseamt am Samstag, 27. April, beginnen.
Mindestens drei Wochen wird nach Angaben des Tiefbauamts am Bauabschnitt in Heiligkreuz gearbeitet, dann wandert die Baustelle weiter in die Metzer Allee zwischen Straßburger Allee und Druckenmüllerstraße.
Weiter wachsame Polizisten


Wenn das Wetter mitspielt, soll die Straße Ende Juni fertig sein. Damit ist dann nach rund neun Monaten Bauzeit die gesamte Zufahrtstraße nach Mariahof vollständig saniert.
Für die Zwischenzeit kündigt Wagner an: "Wir werden weiterhin sporadisch kontrollierten, um die Autofahrer zur Räson zu rufen."