Wind, Wetter und der Brückenfetisch
Trier-Ehrang · Dass der Fußgängerüberweg an der Ehranger Pfeiffersbrücke nicht erneuert werden soll, steht schon länger fest. Frances Kreuzer gibt sich damit nicht zufrieden und richtet seinen Protest an den Ortsbeirat, der sich in zwei Lager teilt.
Trier-Ehrang. "Die Fußgängerüberweg an der Pfeiffersbrücke soll erhalten bleiben", fordert Frances Kreuzer vehement und sucht Unterstützung im Ortsbeirat Ehrang-Quint. Kreuzer verweist auf den demografischen Wandel in der Servaisstraße. Viele junge Familien zögen hinzu. Aktuell stelle der Fußweg eine Gefährdung dar, da viele LKW deutlich zu schnell durch die Straßen rasen würden.
Die Kosten für eine Sanierung des Fußgängerüberwegs lägen bei 250 000 Euro, erklärt Stadtrat Bertrand Adams. Der Betrag sei zusammen mit der Kostenaufstellung der Pfeiffersbrücke ermittelt worden.
Horst Lorig (SPD) kann es nicht fassen: "Das hat doch niemals ein unabhängiger Ingenieur geprüft", sagt er und unterstellt eine Täuschung. Die Kosten seien bewusst hoch angesetzt worden, um eine Sanierung zu verhindern. "So ist das doch immer, wenn man mal nachrechnet", poltert Lorig.
Gabi Bernhard (CDU) kann die Forderung nach einer weiteren Brücke nicht nachvollziehen: Durch den Übergang spare man höchstens 300 Meter Fußweg. "250 000 Euro für 300 Meter?", fragt sie in die Runde - eine rhetorische Frage.700 Unterschriften gesammelt
Etwas direkter drückt sich Stadtrat Adams aus: In den vergangenen fünf bis zehn Jahren seien in Ehrang sechs Brücken saniert oder erneuert worden. "Das ist schon fast ein Fetisch."
Um seinem Anliegen Nachdruck zu verleihen, hat Frances Kreuzer eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen. Er habe bereits über 700 Unterschriften gesammelt und reicht diese auf Anraten des Ortsbeirats nun bei der Stadt Trier ein. Das Geld ist da, die Beschlüsse auch. Trotzdem sind die Baumaßnahmen zur Umgestaltung des Ehranger Mühlengeländes inzwischen fünf Wochen in Verzug. "Normalerweise wären wir jetzt schon beim Bauen", erklärt Bauleiter Andreas Willkomm im Ortsbeirat. Eine Klage gegen die Vergabe einer Baumaßnahme habe die ursprüngliche Planung durcheinandergebracht. Die Klage sei inzwischen aber abgewiesen, und die Baumaßnahmen könnten wie geplant beginnen.
"Jetzt kann uns nur noch das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen", sagt Willkomm. Hans-Karl Daus (CDU) rechnet mit dem Baubeginn erst Anfang 2014. Das Mühlengelände liegt in einem von Hochwasser bedrohtem Gebiet. "Ich glaube nicht, dass da noch in diesem Jahr die Bagger rollen", vermutet Daus. Willkomm hält dennoch am ursprünglichen Ziel fest: "Ende 2015 sollten alle Arbeiten abgeschlossen sein." Wenn das Wetter mitspielt. sek