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Winzer: Auf die Herkunft kommt es an

Winzer: Auf die Herkunft kommt es an

Viele Moselwinzer wollen ein neues Weinbezeichnungsrecht. Dabei soll die Wertigkeit der Rebsorte Riesling und der Spitzenlagen deutlicher werden als bisher. Eine Delegation hat Weinbauminister Hendrik Hering ein Thesenpapier, unterschrieben von 160 Winzern, überreicht. Hering will die Initiative unterstützen.

Enkirch/Mainz. Gernot Kollmann, Betriebsleiter des Enkircher Spitzenweingutes Immich-Batterieberg, ist überzeugt: "Ein einfaches ,Weiter so!' kann es nicht geben." Kollmann und einige Mitstreiter haben in Mainz Weinbauminister Hendrik Hering ein Thesenpapier überreicht, in dem eine überarbeitete Bezeichnungsstruktur für Moselweine gefordert wird. 160 Moselwinzer haben das Papier unterschrieben. Unterstützt wird Kollmann vom Weinbauverband Mosel und von verschiedenen Einzelverbänden wie dem Verband der Prädikatsweingüter (VDP) Mosel, dem Bernkasteler Ring und der Landjugend.

Das bisherige Weinbezeichnungsrecht orientiert sich am natürlichen Fruchtzuckergehalt in den Trauben. Je höher der Zuckergehalt (Mostgewicht), desto hochwertiger die Bezeichnung. Eine Spätlese muss beispielsweise ein höheres Mostgewicht haben als ein Qualitätswein. Dabei spielt die Herkunft des Weines keine Rolle. Er kann sowohl in einer flachen Lage als auch in einer Spitzen-Steillage gewachsen sein.

Die Initiatoren um Kollmann wollen das ändern. Ihr Grundsatz: Je genauer die Herkunftsangabe, desto höher müssen die Anforderungen an das Produkt sein. Beispiel: An einen Wein, der sich Piesporter Goldtröpfchen nennt, sollen höhere Anforderungen hinsichtlich des Mostgewichts und des Hektarhöchstertrags gestellt werden als an einen Wein, der nur "Piesporter" heißt. Ferner sprechen sich die Unterzeichner in ihrem Thesenpapier gegen eine Verwendung von Großlagenbezeichnungen wie Piesporter Michelsberg oder Zeller Schwarze Katz aus. In den 19 Großlagen an der Mosel sind mehrere Einzellagen zusammengefasst. Großlagenbezeichnungen nutzen vor allem Kellereien, da so große Mengen mit einer Bezeichnung vermarktet werden können. Eine weitere Forderung der Winzer: Prädikate wie Kabinett, Spät- und Auslese sollten nur Weinen der Rebsorte Riesling vorbehalten bleiben, ebenso Einzellagenangaben. Für die Obermosel sollte es für Burgundersorten eine Ausnahme geben. Schließlich wollen die Winzer, dass Sonderbezeichnungen wie Selection, Classic und Hochgewächs peu à peu abgeschafft werden.

Hering sagte zu den Forderungen: "Ich bin froh, dass sich viele Winzer an der Diskussion zur Weiterentwicklung des Bezeichnungsrechts beteiligen." Es sei richtig, dass bei eng gefassten geografischen Herkünften auch die Anforderungen an das Erzeugnis wachsen müssten.