1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Winzer aus dem Raum Schweich fälscht Wein-Etiketten

Schwindel auf der Weinflasche : Da ist nicht drin, was draufsteht: Winzer „vermoselt“ unbekannten Grauburgunder

Ein Winzer aus dem Raum Schweich ist wegen „kreativer“ Etikettengestaltung verurteilt worden. Welchen Gewinn er aus dem Schwindel gezogen hat und welche Strafe ihm blüht.

Einen teuren Etikettenschwindel hat sich ein Winzer aus dem Raum Schweich geleistet. Wegen Verstoßes gegen das Weingesetz verurteilte das  Amtsgericht Trier den Mann nun zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 45 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten zur Last gelegt, zunächst Wein der Rebsorte Grauburgunder aus unbekannter Herkunft und von einer unbekannten Person aufgekauft zu haben. Dann sei  die Ware  in seinem Keller „gebietstypisch“ und damit  preissteigernd  aufgepeppt worden.

In der Verhandlung räumte der  Angeklagte ein, dass er dazu die betreffenden Grauburgunder-Flaschen mit falschen Etiketten versah, die den Wein als Erzeugnis seines Weinguts sowie als Produkt des Anbaugebiets „Mosel“ auswiesen. Die Staatsanwaltschaft: „Wegen der unbekannten Herkunft hätte für dieses Erzeugnis weder die Bezeichnung ‚Weingut’ noch die Herkunftsbezeichnung ‚Mosel’ verwendet werden dürfen.“ Diese Bezeichnungen  seien geeignet, beim Kunden falsche Vorstellungen hervorzurufen.

Den von der Anklage vorgehaltenen Umsatz aus dem falsch etikettierten Wein räumte der Angeklagte ebenfalls ein: Insgesamt hatte er  1047 Flaschen des „Mosels“ mit einem Gewinn von jeweils einem Euro verkauft. Das klingt für Außenstehende vielleicht geringfügig, aber das Weingesetz ist da unerbittlich. Deshalb  ordnete die Trierer Amtsrichterin zusätzlich zur Geldstrafe beim Angeklagten den Einzug von 1000 Euro an. Das entspricht etwa der Summe, die der Winzer als Reingewinn durch den Verkauf der falsch ausgezeichneten Weine eingestrichen hatte. 

Eingestellt wegen Geringfügigkeit wurde ein zweiter Anklagepunkt. Danach sollte der Mann Anfang 2020 in seinem Keller 120 Literflaschen Wein zum Verkauf eingelagert haben, deren Etiketten aber verbotener Weise ungeprüft die Aufschriften „Mosel“ und „Riesling“ getragen hätten. Da hier nur der Prüfnachweis fehlte und die Zahl der Flaschen gering war, stellte das Gericht diesen Anklagepunkt ein. Das Verschulden des Angeklagten sei hier nur minimal, so die Richterin. Der Angeklagte nahm das Urteil an. Es ist damit rechtskräftig.